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Millionen-Projekt : Schlossquartier erwacht zum Leben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit dem symbolischen Spatenstich beginnt die Realisierung des millionenschweren Wohn- und Prestige-Projekts in der Kieler Altstadt.

Startschuss für eines der größten Wohnungsbauvorhaben der letzten Jahre in der Landeshauptstadt: Rund drei Jahre nach dem Ankauf des ersten Grundstücks begann gestern mit dem symbolischen Spatenstich die Realisierung des Prestige-Projekts „Schlossquartier“ in der Kieler Altstadt. Insgesamt entstehen in dieser 1-A-Lage unweit der Nikolaikirche, der Einkaufsmeile Dänische Straße, des Kieler Schlosses und der Förde 130 Eigentumswohnungen und zwei Mietwohnungshäuser (83 Apartments), Gewerbeeinheiten sowie eine Tiefgarage. „Damit kehrt das Wohnen zurück ins Zentrum Kiels“, sagte gestern Bauherr Carl-Hermann Schleifer (Norddeutsche Grundstücksentwicklungsgesellschaft NGEG). Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer sprach im Sinne der Stadtentwicklung von einer „epochalen Veränderung, begonnen mit der Feuerwache und dem Schlossquartier“. Entscheidend sei, dass wieder viel mehr Menschen in der Stadt wohnen werden.

Interessenten für das Schlossquartier sind vor allem Singles oder Paare und weniger Familien – die Wohnungsgrößen variieren zwischen 48 und 133 Quadratmetern und ein bis vier Zimmern. Gehobene, barrierearme Ausstattung ist inklusive. Das macht sich auch im Kaufpreis bemerkbar: Der liegt zwischen 3000 und 6000 Euro pro Quadratmeter. Das schreckt Interessenten indes nicht ab: „Wir haben noch keine einzige Anzeige geschaltet, aber schon vor Baubeginn ein Drittel der Eigentumswohnungen verkauft“, erklärt Bernd Hoffmeister von der Kieler Stadthaus, die den Vertrieb übernommen hat.

Nach Angaben der Kieler NGEG, die das Vorhaben in Kooperation mit der ABG-Gruppe realisiert, haben sowohl Käufer aus Kiel sowie dem Umland – etwa Eckernförde, Gettorf, Heikendorf – zugeschlagen als auch Kapitalanleger aus den USA und der Schweiz, die gleich mehrere Wohnungen gekauft haben. Die zukünftigen Bewohner sind eher im gesetzten Alter, wollen keinen Garten mehr, sondern die Vorzüge der kurzen Wege in der Innenstadt nutzen: fünf Minuten zum Opernhaus, fünf zum Schifffahrtsmuseum und zur Kunsthalle, kurze Wege zum Bahnhof. Das Kieler Immobilienunternehmen Kersig hat bereits eines der Mietshäuser mit 34 Wohnungen übernommen, mit Interessenten auch aus Kiel verhandele man derzeit über den Kauf des zweiten Hauses, sagte Niels Bunzen, einer der beiden geschäftsführenden NGEG-Gesellschafter.

Bunzen und Schleifer, einst im Vorstand der Damp Holding AG, haben die NGEG 2012 gegründet. Das Schlossquartier ist ihr zweites Projekt. Das Investitionsvolumen liegt laut Gesellschaft bei 70 Millionen Euro. Aufgrund von komplexen Verhandlungen im Vorfeld mit schwergewichtigen Nachbarn wie dem NDR, dessen Funkhaus am Schlossquartier liegt, sowie gestiegenen Preisen von Immobilien, die die NGEG kaufen musste, um sie abzureißen, hatte sich das Vorhaben während der Planung um einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich verteuert.

Gleich Anfang März beginnt der Generalunternehmer Porr mit den Arbeiten – freigeräumte Flächen werden entsiegelt, das Baufeld nach Kampfmitteln untersucht. Parallel entsteht die Baugrube, die mit archäologischen Untersuchungen einhergeht. Auch wenn es durch die Arbeiten zu Belastungen und Einschränkungen etwa bei Parkflächen kommt – an der gesperrten Eggerstedtstraße fallen etwa 30 Plätze weg –, Konzertsaal, NDR, Altstadt-Parkhaus und Kirche bleiben erreichbar.

In etwa zwei Jahren sollen die ersten Schlossquartier-Bewohner einziehen können.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 06:09 Uhr

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