Flüchtlingskrise : Schleswig-Holstein würde einige der „Lifeline“-Migranten aufnehmen

Die „Lifeline“ durfte nach langem Ausharren auf See in Malta anlegen.
Die „Lifeline“ durfte nach langem Ausharren auf See in Malta anlegen.

Das Bundesinnenministerium muss zuvor sein Einverständnis geben.

shz.de von
26. Juni 2018, 15:34 Uhr

Kiel/Rom | Schleswig-Holsteins Jamaika-Landesregierung ist bereit, einige der Migranten an Bord des deutschen Rettungsschiffes „Lifeline“ aufzunehmen. „Aus Rechtsgründen wäre dies nur dann möglich, wenn das Bundesinnenministerium sein Einvernehmen erklärt“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Dienstag in Kiel. Die derzeit in Aussicht stehende Lösung zeige einmal mehr, „wie wichtig die europäische Zusammenarbeit gerade in Flüchtlingsangelegenheiten sei. Schleswig-Holstein werde zu einer auf europäischer Ebene erzielten Einigung selbstverständlich seinen Beitrag leisten.“

Das Schiff der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline hatte am Dienstag die Erlaubnis erhalten, in Malta anzulegen. Etwa 230 Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder harren seit Donnerstag auf dem Schiff im Meer vor Malta aus. Malta hatte zuvor erklärt, es liefen Diskussionen, ob die „Lifeline“ in Malta anlegen dürfe – aber nur, falls die Migranten dann auf EU-Länder verteilt würden. Frankreichs Regierungssprecher hatte am Dienstag gesagt, es zeichne sich eine Lösung ab. Falls das Schiff auf Malta anlege, wäre Frankreich bereit, ein Team zu schicken, um Asylanträge von Migranten an Bord zu bearbeiten.

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