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Tourismus im Norden : Schleswig-Holstein und Hamburg: So viele Touristen wie nie

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Aus der Onlineredaktion

Es ist ein regelrechter Boom. Schleswig-Holstein verzeichnet sein bisher bestes Tourismusjahr, Hamburg den 14. Besucher-Rekord in Folge.

Kiel/Hamburg | Volle Gästelisten vielerorts in Schleswig-Holstein: Mehr als sieben Millionen Urlauber haben 2015 insgesamt gut 27 Millionen Übernachtungen gebucht. Das waren so viele Urlauber wie nie zuvor, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Unterm Strich kamen vier Prozent mehr Urlauber in den Norden. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von den gebuchten Nächten entfielen mehr als eine halbe Million auf die Nebensaison.

Schlesiwg-Holstein ist so beliebt wie nie. Das zeigen die aktuellen Tourismuszahlen. Und es könnte in Zukunft so weiter gehen. Auch das Nachbarbundesland Hamburg stellt einen neuen Rekord auf und fühlt sich für das G20-Jahr in 2017 gut gerüstet.

Laut Wirtschaftsministerium meldeten die größeren Hotels und Pensionen des Landes mit 25 und mehr Gästezimmern im bundesweiten Vergleich Spitzenwerte bei der Auslastung. Das nördlichste Bundesland rückt immer mehr in den Fokus ausländischer Urlauber. Die Übernachtungszahlen ausländischer Touristen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent. Sie kamen hauptsächlich aus Dänemark, Österreich und der Schweiz.

Auch Nachbar Hamburg freut sich über steigende Besucherzahlen. Anders als in Schleswig-Holstein kletterten die aber auch schon während der vergangenen Jahre in die Höhe - und stellen immer neue Rekorde auf. Zum 14. Mal in Folge sind die Übernachtungszahlen jetzt gestiegen - 2015 um 5,3 Prozent auf 12,64 Millionen Übernachtungen. Und die 13-Millionen-Marke soll im laufenden Jahr mit einem erwarteten Plus von 3,0 bis 5,0 Prozent geknackt werden.

Die Branche sieht sich bereits für den politisch hochkarätigen G-20-Gipfel im Sommer 2017 gut gerüstet. Er soll nach dem Olympia-Aus die Hansestadt weltweit auf die „mentale Landkarte“ der Bevölkerung bringen, sagte Staatsrat Andreas Rieckhof am Freitag. „Es spricht sich herum, dass Hamburg eine schöne Stadt am Wasser ist“, ergänzte er angesichts des touristischen Höhenflugs. Gleichzeitig beschwichtigte er: „Dieses Wachstum wollen wir weiter aktiv gestalten, in Balance mit den Interessen der Hamburger Bevölkerung.“ Derzeit werde an einem Konzept zur räumlichen und zeitlichen Entzerrung der Gästeströme gearbeitet, ergänzte Marketingleiter Thorsten Tschirner. So könnten Hotels auch in bisher weniger berücksichtigten Stadtteilen angesiedelt werden.

Denn rund 6,3 Millionen Reisende aus dem In- und Ausland blieben 2015 über Nacht in der Hansestadt, 3,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein dieser Zuwachs bedeutete nach Angaben der Touristiker für Hotellerie und Gastronomie, Einzelhandel und Kulturszene ein Plus von 133 Millionen Euro in den Kassen.

Noch nie zuvor war die Hansestadt im Ausland so beliebt wie anno 2015: Rund 1,4 Millionen Gäste (plus 3,1 Prozent) kamen und blieben durchschnittlich 2,2 Tage in der Stadt. Aus dem Ausland reisten mit 367.000 die meisten Gäste aus Dänemark an (plus 12,5 Prozent). Um mehr Besucher aus Skandinavien, besonders Schweden (bisher 97.000), will das Marketing verstärkt werben.

Für Städtebummler und Geschäftsreisende rüstet die Hotellerie auf. Nach Angaben von Hamburg Tourismus sollen 2016 sieben Hotels mit rund 2200 Betten eröffnet werden. Dazu kommt voraussichtlich im November das Hotel in der Elbphilharmonie. Acht Hotel-Eröffnungen pro Jahr seien bei weiterem Übernachtungswachstum das Ziel, berichtete Rieckhof. Mehr als 57.000 Betten sind in der Stadt bereits vorhanden.

Rieckhof attestierte dem früheren Tourismus-Chef Dietrich von Albedyll, über mehr als 25 Jahre hervorragende Arbeit für die Entwicklung des Tourismus geleistet zu haben. Der Manager war wegen möglicher Interessenkonflikte mit seiner bereits gegründeten Firma, die auch im Tourismus tätig werden sollte, Anfang Februar zurückgetreten.

Das touristische Traumjahr in Schleswig-Holstein könnte ebenso der Anfang einer neuen Ära sein. Erwartet werden steigende Besucherzahlen auch in diesem und den kommenden Jahren. Das Wirtschaftsministerium nennt eine bisher noch nicht veröffentlichte Studie, die zeigen soll, dass es dem Bundesland zwischen den Meeren mittlerweile besser gelingt, Touristen auch in der Nebensaison, also den Monaten Oktober und März anzulocken. Künftig sollte es auch neue Zielgruppen geben, etwa im Städte- und Kulturtourismus sowie im Gesundheitsbereich.

 

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erstellt am 19.Feb.2016 | 17:43 Uhr

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