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Griep to II : Schiffstaufe im siebten Anlauf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die angehende Wasserbauerin Swetlana Jarzew ist Patin des neuen Schwimmgreifers am Nord-Ostsee-Kanal. Die „Griep to II“ hat sieben Millionen Euro gekostet, das Arbeitsschiff soll sich bei Reparaturen und vor allem bei Havarien bewähren.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2017 | 18:37 Uhr

Besondere Ehre für Swetlana Jarzew: Die 34-jährige Wasserbau-Azubine durfte gestern den neuen Schwimmgreifer „Griep to II“ auf der Schleuseninsel vor Holtenau taufen. Für den Festakt hatten die Organisatoren vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) aber offenbar eine besonders stabile Sektflasche vom Mosel-Weingut Sturm-Pargen erwischt, die Buddel wollte einfach nicht zerspringen. Erst als Hans-Heinrich Koch, Leiter des WSA-Außenbezirks, die Pulle an den Kranhaken hängte, verbesserte sich der Schleuderwinkel für die Patin. Im siebten Versuch ergoss sich endlich der schäumende Sekt über die schwarze Bordwand.

„Griep to II“ ersetzt „Griep to“, die mehr als 50 Dienstjahre unter ihren Rumpf gebracht hat und neben ihrem modernen Nachfolger wie ein technisches Fossil wirkt. Der neue Schwimmgreifer ist wuchtiger (37 Meter lang, zwölf Meter breit), besitzt mit 1,60 Meter aber einen günstigeren Tiefgang. Der hydraulisch betriebene Liebherr-Kran kann bei sieben Meter Auslage über die Bordwand immer noch 20 Tonnen heben, Ballasttanks sorgen dann für Gleichgewicht und Sicherheit auf dem Arbeitsschiff. Dank seiner beiden 390-KW-Maschinen erreicht „Griep to II“ eine Geschwindigkeit von 15 km/h.

Das macht den Schwimmgreifer so wichtig für die Kanalverwaltung, wie WSA-Chef Dieter Schnell bei der Taufe betonte. Denn „Griep to II“ wird nicht allein für den Betrieb und die Unterhaltung der Schleusenanlage in Holtenau benötigt, um etwa die Torunterwagen unter den Schleusentoren zu ersetzen. Das Schiff wird auch Schwertransporte übernehmen, es kann zudem Spundwände setzen, Reparaturen an der Uferböschung vornehmen, Taucherarbeiten im Kanalbett unterstützen. Vor allem aber ist die „Griep to II“ bei Havarien schnell zur Stelle. „Das Schiff wird für die Verlässlichkeit im Nord-Ostsee-Kanal dringend gebraucht“, erklärte Schnell. Die Konzeptstudie für das Spezialschiff stammt aus dem Jahre 2013, sieben Millionen Euro hat der Neubau auf der Bolle-Werft am anhaltinischen Elbe-Ufer gekostet.

Die Schiffspatin hatte zur Taufe auch ihre Eltern Halina und Juri aus Wolfsburg eingeladen. Gemeinsam besichtigten sie nach der offiziellen Zeremonie das Mehrzweckschiff, das eine dreiköpfige Besatzung besitzt. Neben Schiffsführer Manfred Thonert sind Horst Hennecke als Mechaniker und Michael Jessen als Kranführer dafür zuständig, dass „Griep to II“ die hohen Erwartungen ab sofort auch erfüllt. Das Trio hat die neue schwimmende Arbeitsstätte bereits auf Testfahrten kennen und schätzen gelernt. Wahrscheinlich wird in den nächsten Jahren noch ein weiterer Auftrag rausgehen: Die „Griep to III“ soll dann in Brunsbüttel ihren Heimathafen haben.  

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