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Historische Fischhalle in Kiel : Schifffahrtsmuseum öffnet im April

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Rund zwei Millionen kostete der Umbau des Kieler Schifffahrtsmuseums. Die Leiterin hofft auf 60.000 Besucher pro Jahr - nicht zuletzt wegen des Café Exlex.

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 00:33 Uhr

„Wir bauen um...natürlich für Sie.“ Diesen Slogan sehen die Kieler seit geraumer Zeit in den Fenstern des Schifffahrtsmuseums. Doch nicht mehr lange. Wenn alles klappt, wie geplant, soll nach dreieinhalb Jahren der Schließung die Wiedereröffnung Ende April 2014 sein. Ab Januar sollen laut Immobilienwirtschaft der Stadt die Bauarbeiten in der historischen Fischhalle von 1909 abgeschlossen sein. Dann beginnt für das Museumsteam um Leiterin Dr. Doris Tillmann die Arbeit vor Ort.

„Über 750 Exponate haben wir ausgewählt, die wir den Kielern und Besuchern in einer Dauerausstellung präsentieren wollen“, sagt Dr. Doris Tillmann. In der neugestalteten, hellen Fischhalle – die laut Architekt Günter Szymkowiak nie eine hölzerne Deckengestaltung hatte und mit dem weißen Anstrich zurück zum Ursprung gehe – werden vier Hauptkomplexe thematisiert: Kiel als Marinestadt, als Werftenstandort, als Hafenstadt und als Stadt des Segelsports. In den einzelnen Nischen, in denen früher nach Innen der frische Fisch, nach außen andere Waren gehandelt wurden, gibt es verschiedene Sonderthemen wie der Kaiser in Kiel, Schiffsbau im Wirtschaftswunder, Kieler Fischereigeschichte, nautisches Gerät und eine Kinderausstellung. Die Fenster, so Tillmann, werden auch komplett umgestaltet, einige auch teils semitransparent, sodass von außen durch Texte und Bilder schon klar werde, was im Inneren wartet.

Damit alles bestens repräsentiert wird, wurde eine Ausstellungsagentur mit dem Konzept beauftragt. Auch das Mobiliar wie Vitrinen und Stellwände wird von der Agentur selbst gebaut. Das Museumsteam muss laut Tillmann bis Weihnachten alle Begleittexte fertig haben, die dann zu lesen, zu sehen oder zu hören sein werden. Denn im neuen Schifffahrtsmuseum wird es auch so genannte Medienstationen geben, an denen Filme und weitere Bilder aus dem Archiv gezeigt werden – denn in der Fischhalle selbst ist nur Platz für zehn Prozent der gesamten Exponate. An Hörstationen kann der Kieler Geschichte vielleicht beim Blick auf die Förde gelauscht werden. Denn ein wichtiger Bestandteil des neuen Konzepts ist die Sichtachse quer durch die Fischhalle. Das einst hölzerne Tor wird bis zur Eröffnung durch eine große Glastür ersetzt und ermöglicht den Blick nach draußen. Originalgranitplatten des Hallenbodens zeigen den Weg, den der Fisch damals gegangen ist – vom Meer auf die Straße zu den Kunden. „Sie lagen vor dem Umbau draußen vorm Museum und wurden aufwendig restauriert, um schließlich wieder im Museum verlegt zu werden“, sagt Günter Szymkowiak, der als erfahrener Architekt zuvor auch die Restaurierung des Warleberger Hofs betreute. Sie erfüllen auch einen praktischen Zweck: Der Transport schwerer Ausstellungsstücke wie das Kleinst-U-Boot kann nur über die Achse verlaufen und muss dann mit einem Kran an seine endgültige Position befördert werden. Denn unter dem restlichen Fußboden, der seit dem 2. Dezember verlegt wird, ist eine neue Fußbodenheizung, die solchen Lasten nicht stand hält.

Ein neuer Mieter wird den Aufenthalt in der Fischhalle künftig noch verschönern: Das Café Exlex macht zur Wasserseite hin seine zweite Filiale auf und soll zusammen mit dem Museum neuer Publikumsmagnet sein, der jährlich rund 60.000 Besucher anlockt. So zumindest die Hoffnung der Museumsdirektorin.

Wer nicht bis zur Wiedereröffnung warten will, kann von außen bei einem Spaziergang entlang der Förde schon die gut restaurierten Sandsteinarbeiten begutachten. Ob die Hand des Petrus zur Wasserseite oder am offiziellen Schild zur Straßenseite: Sie fügen sich nahtlos an ihr historisches Ebenbild und lassen sich am helleren Sandstein erkennen.

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