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Schaden am Hafen kostet zwei Millionen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Risse in der Verankerung durch Zufall entdeckt

Böse Überraschung für den Seehafen Kiel. Bei routinemäßigen Ausbesserungsarbeiten am Ostseekai entdeckten Ingenieure, dass acht der insgesamt 92 stählernen Verankerungen der Spundwand gerissen sind. Die Reparatur wird den städtischen Betrieb voraussichtlich zwei Millionen Euro kosten. Glück im Unglück: „Wir haben den Schaden so rechtzeitig bemerkt , dass wir mit der Instandsetzung pünktlich zu Beginn der Kreuzfahrersaison fertig sind“, berichtete gestern Seehafenchef Dirk Claus. Erstmals am 10. Mai wird die Landeshauptstadt in dieser Saison einen Doppelanlauf der weißen Riesen erleben, bei dem dann beide Liegeplätze am Ostseekai benötigt werden.

Dass bereits sieben Jahre nach Inbetriebnahme des Anlegers, die Kaimauer auf einer Länge von etwa 20 Metern neu gesichert werden muss, sei eher ungewöhnlich, räumt Claus ein. Ob dafür allein möglicherweise der schwierige Baugrund oder doch Pfusch am Bau verantwortlich ist , ließ der Hafenchef offen. Im Vordergrund steht für ihn derzeit die zügige Reparatur. In Kürze wird mit schwerem Geräte etwa 40 Meter landeinwärts eine neue Pfahlreihe parallel zur Kaimauer eingerammt. Anschließend wird die Mauer an dieser neuen Pfahlreihe mit langen Stahltrossen verankert und damit stabilisiert. Da die Pfähle in guten Boden gerammt werden, hofft der Seehafen das Problem zu lösen.

Ärger mit Kaimauern ist in deutschen Häfen nichts Ungewöhnliches. Schon vor der offiziellen Einweihung mussten gut 1000 Meter der insgesamt 1725 Meter langen Spundwand im Jade-Weser Port in Wilhelmshaven saniert werden, weil der Beton rissig war. Verglichen mit diesem Desaster, hat Kiel nur ein Mini-Problem. Trotzdem verhageln die Reparaturkosten Claus die Bilanz. Der Gewinn, den der Seehafen im vergangenen Jahr machte und auch für 2014 anpeilte, wird durch den Spundwandschaden geschmälert. Offenbar trifft es aber keinen Armen. Auch wenn Claus seit Jahren über die Höhe seines Bilanz-Plus hartnäckig schweigt soll der Überschuss trotz großer Investitionen – oder gerade wegen dieser Investitionen –beachtlich sein.

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erstellt am 29.Jan.2014 | 05:08 Uhr

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