Kieler Ölmühle : Salmonellen im Tierfutter – aktuelle Analysen unauffällig

<p> Bei den Futter-Pellets gilt das Salmonellen-Risiko wegen der thermischen Behandlung als gering.</p>
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 Bei den Futter-Pellets gilt das Salmonellen-Risiko wegen der thermischen Behandlung als gering.

Nach kontaminiertem Mischfutter in Dänemark: Jetzt äußert sich die Raps-Ölsaatenverarbeitungs-GmbH (RÖV).

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03. Januar 2018, 14:56 Uhr

Kiel | Die Kieler Ölmühle soll mit Salmonellen belastetes Futter ausgeliefert haben. Wie das Agrar- und das Verbraucherschutzministerium mitteilte, waren am 22. Dezember in einem Lager in Dänemark im Rahmen von Kontrollen Salmonellen nachgewiesen worden. Teile der Ware stammten von der Kieler Ölmühle der Raps-Ölsaatenverarbeitungs-GmbH (RÖV), einer Tochtergesellschaft der Hauptgenossenschaft Nord AG (HaGe).

Nachforschungen der amtlichen Futtermittelüberwachung Schleswig-Holstein bei der Ölmühle zeigten, dass schon bei Eigenkontrollen des Unternehmens Salmonellen im sogenannten „Rapskuchen“ – einem Pressrückstand, also ein Nebenprodukt, der Rapsölherstellung – festgestellt worden waren. Diese Erkenntnisse wurden aber nicht gemeldet.

Aktuelle Untersuchungen der betroffenen Produktion ergebnislos

Die Raps-Ölsaatenverarbeitungs-GmbH (RÖV) selbst erklärte jetzt: „Die RÖV hat seit Bekanntwerden des Verdachtes vollumfänglich mit den Behörden kooperiert und wird alle beteiligten Behörden auch weiterhin bis zur vollständigen Aufklärung unterstützen.“ Das Unternehmen gab außerdem bekannt, dass aktuelle Analysen aus der laufenden Produktion der Ölmühle ab dem 24. Oktober keine Salmonellen nachweisen konnten. Weitere Auskünfte könne RÖV wegen des laufenden Verfahrens bislang nicht erteilen.

Nach Angaben des Agrar- und des Verbraucherschutzministeriums erhielten sieben Rinder- und 17 Schweinehaltungen mehlförmiges Mischfutter, das mit Rapskuchen seit dem 24. Oktober hergestellt wurde. Die meisten Betriebe (1010 Rinder- und 136 Schweinehaltungen) haben pelletiertes Futter erhalten. Hier gilt das Salmonellen-Risiko als gering, weil die Pellets eine thermische Behandlung durchlaufen haben. Die amtliche Futtermittelüberwachung sperrte Restmengen des Rapskuchens in der Kieler Ölmühle sofort. Außerdem wurden die mit dem Produkt belieferten Betriebe informiert, um auch dort die weitere Verbreitung zu verhindern.

Geringes Risiko für den Verbraucher

Das Verbraucherschutzministerium betont jedoch, dass Salmonellen durch hohe Temperaturen abgetötet werden. Erhitzte Lebensmittel wie pasteurisierte Milch oder durchgebratenes Fleisch sind für den Verbraucher unbedenklich. Das Landwirtschaftsministerium gibt auch Entwarnung für Fleisch- und Milchprodukte wie Salami, Teewurst oder Käse: Auch hier würden durch Verarbeitungsprozesse wie „Salzung“ oder „Reifung“ Salmonellen abgetötet.

Nach den Kontrollen wird nun nach den Ursachen des Salmonelleneintrags gesucht. Außerdem wird überprüft, ob die fehlende Weiterleitung des Prüfergebnisses einen Einzelfall darstellt oder es systematisch Lücken im Qualitätssicherungssystem der Kieler Ölmühle gibt.

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