zur Navigation springen

KiWo 2014 : Russische Marine darf nicht zur Kieler Woche kommen

vom

Die Ukraine-Krise wirkt sich jetzt auch auf die Kieler Woche aus: Das Verteidigungsministerium lädt die Russische Marine wieder aus.

Kiel | Die Ukraine-Krise erscheint oft weit entfernt. Aber jetzt hat sie direkte Auswirkungen auf die Kieler Woche: Das Verteidigungsministerium erteilte der russischen Fregatte „Boiky“ keine Einlaufgenehmigung. Dass das Verteidigungsministerium und das Auswärtige Amt einen ablehnenden Bescheid ausgaben, hängt offensichtlich damit zusammen, dass die militärische Zusammenarbeit zwischen EU und Nato sowie Russland derzeit ausgesetzt ist. „Es steht mir nicht an, ob diese Entscheidung richtig oder falsch ist“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) dazu. Die Ukraine-Krise sei eine mit Sanktionen verbundene internationale Krise. „Auch die Kieler Woche ist nicht vom Weltgeschehen abgeschnitten“, sagte Kämpfer. Deshalb überrasche ihn die Entscheidung auch nicht.  Immerhin gehe es um ein Kriegsschiff. Die Kieler Woche stehe für Völkerverständigung, die Ukraine-Krise nicht. Im Ministerium selber fand sich am Dienstag kein Verantwortlicher, der zu dem Thema Stellung nehmen konnte.

Auf eine Einladung der Stadt Kiel hin hatte die russische Marine schon im April beim Auswärtigen Amt eine diplomatische Freigabe für das Kriegsschiff „Boiky“ beantragt, wie Fregattenkapitän Peter Sikora vom Kieler-Wochen-Arbeitsstab erklärte. „Diese Genehmigung wurde auch zunächst erteilt, ist jetzt aber wieder zurückgezogen worden.“ Sikora wurde darüber am Freitag informiert und wollte die Ausladung  nicht kommentieren. „Aber für den Gastgeber ist es natürlich immer schade, wenn ein Teilnehmer nicht kommen kann. Die Kieler Woche bedeutet für uns Gedanken- und Meinungsaustausch und kommt der internationalen Verständigung zu Gute.“ Der Kapitän konnte sich an keinen anderen Fall erinnern, in dem einem Kriegsschiff die Einlaufgenehmigung für die Kieler Woche wieder entzogen worden wäre.

Im internationalen Seeprotokoll ist festgeschrieben, dass Kriegsschiffe, die in fremde Hoheitsgewässer fahren, immer eine diplomatische Freigabe benötigen. Einzige Ausnahme ist die sogenannte „Freie Durchfahrt“: Wenn ein Kriegsschiff ein Gewässer durchqueren muss, um in ein anderes zu gelangen, ist das ohne Freigabe gestattet. Sobald das Schiff aber wie bei der Kieler Woche in einen Hafen einläuft, muss die Marine eine Genehmigung beantragen.

Die russische Marine ist traditionell seit dem Fall des Eisernen Vorhangs bei der Kieler Woche mit dabei. Auch wenn Russland in diesem Jahr nicht an der Tirpitzmole im Marineareal vertreten ist – geboten wird dort für die Besucher trotzdem einiges: Erwartet werden 30 Schiffe aus neun Nationen und zum ersten Mal ist auch ein Schiff aus Algerien dabei. „Das ist immer eine große Bereicherung für die Kieler Woche“, sagte Christian Riediger vom Kieler-Woche-Büro, „Die Einheiten beleben das Bild, sie stehen für Offenheit, Austausch und Völkerverständigung. Beim Open Ship können die Gäste sogar direkt in Kontakt mit den Soldaten treten.“  

Mit dpa

 

zur Startseite

von
erstellt am 27.Mai.2014 | 17:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen