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Hells-Angels-Prozess in Kiel : Rocker-Schießerei vor Kaltenkirchener Therme: Staatsanwalt fordert fast vier Jahre Haft

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Vor sechs Jahren soll Dennis F. sein Opfer in einen Hinterhalt gelockt haben. Nun erwartet ihn seine Strafe. Doch er kommt nicht ins Gericht.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2015 | 08:36 Uhr

Kiel | Für die Schießerei vor der Kaltenkirchener Therme hat der Staatsanwalt für den 42-jährigen Angeklagten Dennis F. drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Das Vollmitglied der inzwischen verbotenen Kieler Hells Angels habe die Schüsse vor fast sieben Jahren als Racheakt in Auftrag gegeben, sagte der Ankläger am Dienstag vor dem Kieler Landgericht, „er hatte die Planungshoheit“.  Der Staatsanwalt beantragte zudem Haftbefehl, weil der Rocker sich seit dem sechsten Verhandlungstag dem Verfahren entziehe.

In einem der letzten großen Rocker-Prozesse in Schleswig-Holstein verhandelt die Strafkammer  - allerdings ohne den Angeklagten. Der heiratet lieber in Thailand und macht sich auch noch der Bigamie schuldig.

Das Gericht verhandelte seit mehreren Prozesstagen in Abwesenheit des Angeklagten. Zunächst hieß es, Dennis F. sei nach einem Unfall nicht reisefähig, danach führte sein Verteidiger an, sein Mandant habe kein Geld für den Flug. Medienberichten zufolge heiratete der Rocker derweil in Thailand eine zweite Frau.  Diese Ehe ist allerdings nicht rechtskräftig.

Sollte Dennis F. nicht zurückkehren, müsste Beatrice F. allein das Schmerzensgeld zahlen. Das hat der Anwalt des invaliden Opfers gesamtschuldnerisch beantragt: 80.000 Euro und eine monatliche Rente von 150 Euro.

Der 42-Jährige muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er soll vor mehr als sechseinhalb Jahren Drahtzieher der Schießerei gewesen sein. Dabei setzte der 42-Jährige der Anklage zufolge seine heutige Ehefrau Beatrice F. als Lockvogel ein. Sie soll dem Opfer Fotos und ein Nackt-Video von sich geschickt haben, um ihn so anzulocken.

Die damals 19-Jährige fuhr das Opfer in einen Hinterhalt auf den Parkplatz vor der Therme. Sie wurde deswegen bereits rechtskräftig verurteilt. Ihre Strafe: 150 Arbeitsstunden und 400 Euro Geldstrafe

Die Angreifer schossen fünf Mal. Eine Kugel zertrümmerte den Oberschenkel des Opfers. Der Mann ist seither erwerbsunfähig. Er ist Nebenkläger in dem Verfahren.

Den Angeklagten und das Opfer verbindet eine jahrelange Feindschaft. Im Verlauf der Gewaltakte zwischen ihm und dem Opfer wurde der Angeklagte zweimal mit dem Messer lebensbedrohlich niedergestochen - 2007 in einer Kieler Diskothek und 2008 bei einer Schlägerei zwischen Hells Angels und verfeindeten späteren Bandidos vor dem Kieler Amtsgericht.

 

Das Urteil wird einen Tag vor Weihnachten, am 23. Dezember 2015, erwartet.  

 

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