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Zerstörtes Geschäft : Richtfest bei Knutzen: Eröffnung ein Jahr nach Brand

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Nikolaustag 2012 brannte der Zoofachhandel am Exerzierplatz ab, jetzt wird neu gebaut. Im Dezember soll das Kieler Traditions-Geschäft wieder an den Start gehen.

shz.de von
erstellt am 26.Sep.2013 | 07:07 Uhr

Der Rohbau steht, der Richtkranz hängt: Gut zehn Monate nach dem verheerenden Großfeuer im stadtbekannten Kieler Zoofachhandel Knutzen blicken die beiden Geschäftsführer nach vorn. Beim Richtfest gestern Nachmittag freuten sich Harald (Senior) und Dirk (Junior) Bruhn, dass der Neuanfang des Familienbetriebs in vierter Generation nach dem „großen Schock des letzten Jahres“ nun kurz bevor steht. Wenn alles nach Plan läuft, so Dirk Bruhn, „dann eröffnen wir in der ersten Dezemberwoche“. Das wäre genau ein Jahr nach der Tragödie am Nikolaustag 2012.

Die Räumlichkeiten des Hauptgeschäfts in der Nähe des Exerzierplatzes waren bei dem Feuer stark beschädigt worden. Hunderte Aquarienfische, Schlangen, Spinnen und Echsen starben. Viele Vögel und Nagetiere konnten gerettet werden, kamen im Tierheim unter. Als Brandursache gilt ein technischer Defekt. Nach dem Feuer stand der Verkauf von kleinen Haustieren sowie Tier- und Angel-Bedarf still. Zehn Aushilfen mussten gehen, 20 Angestellte konnten bleiben, da die Versicherung zahlte. Im Frühjahr 2013 ging Dirk Bruhn mit der Teil-Wiedereröffnung den ersten Schritt in die Zukunft – in den Räumen einer ehemaligen Videothek, die nebenan leer standen. Im Sommer wurde das alte Hauptgebäude abgerissen, der Neubau begann.

Das wurde auch durch die zügig erteilte Baugenehmigung möglich. Dies sei für die Stadtverwaltung selbstverständlich gewesen, sagte Bürgermeister Peter Todeskino, der als Baudezernent neben dem ausführenden Architektenbüro Hochfeldt und Partner, Vertretern der Feuerwehr Kiel und anderen geladenen Gästen zum Richtfest gekommen war. „Knutzen ist seit 1905 in der Landeshauptstadt und eine Institution“, sagte Todeskino. „Wir wollen, dass Knutzen an dieser Stelle bleibt und weiterhin gute Geschäfte macht.“

Bis zur Neueröffnung steht aber noch ein straffes Programm. Erst müssen Dachhaut und Dämmung angebracht werden, anschließend wird gefliest. Mit der Inneneinrichtung will Dirk Bruhn im November beginnen. Die Kosten für den Neubau, den die Provinzial als Versicherung übernimmt, belaufen sich auf fast zwei Millionen Euro. Insgesamt betrug der Schaden allerdings 3,5 Millionen Euro – laut Pressesprecher Heiko Wischer der größte Schadensfall für die Provinzial im Norden im Jahr 2012. Wenn alles fertig ist, wird „der neue Knutzen“ auf 2000 Quadratmetern heller, offener und barrierefreier gestaltet sein als der verschachtelte Vorgänger. Eins verrät Chef Bruhn schon jetzt: „Wir werden auch wieder Piranhas haben.“

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