Lichtblick : Rettungsring im Finanzstrudel

Gemeinsame Zahlensteller: (v. l.) Rolf Fischer als Lichtblick-Vorsitzender, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Lichtblick-Geschäftsführer Hardy Bickel un d Stadtwerke-Vorstandschef Frank Meier.
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Gemeinsame Zahlensteller: (v. l.) Rolf Fischer als Lichtblick-Vorsitzender, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Lichtblick-Geschäftsführer Hardy Bickel un d Stadtwerke-Vorstandschef Frank Meier.

Die Schuldner- und Insolvenzberatung „Lichtblick“ am Alten Markt führt jährlich 6000 Gespräche. Umso dankbarer ist sie für die Unterstützung von Seiten der Stadtwerke. Vorstandschef Frank Meier kam jetzt wieder mit einem 15 000-Euro-Scheck vorbei.

shz.de von
19. Januar 2018, 17:28 Uhr

Einen Lichtblick in extremen finanziellen Problemlagen geben – dieses Ziel verfolgt die Schuldner- und Insolvenzberatung am Alten Markt in Kiel. Seit vielen Jahren wird der Trägerverein, der „Lichtblick Kiel“, von den Stadtwerken finanziell unterstützt. Diese feste Kooperation hat sich nicht nur beim Spenden bewährt.

Frank Meier, der Vorstandsvorsitzende der Stadtwerke Kiel, hatte einen Scheck über 15 000 Euro dabei. Im Beisein von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer überreichte er die jährliche Spende an Hardy Bickel, den Leiter der Schuldnerberatung „Lichtblick“. Der Verein verwendet diese Hilfe zur Finanzierung einer Mitarbeiterstelle im Beratungszentrum. Im Speziellen kümmert sich die Mitarbeiterin um den Bereich „Strom und Schulden“, denn die meisten überschuldeten Menschen stehen auch beim Energieversorger tief in der Kreide.

In der Insolvenz- und Schuldnerberatung erhalten Menschen, die mittendrin im Finanzstrudel stecken, eine grundlegende Neu-Orientierung. „Wir verordnen keine Rezepte“, stellt Geschäftsführer Bickel fest. Seine Mitarbeiter sind darauf geschult, individuelle Beratungen zu geben und sich auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einzustellen. Der Bedarf ist offenbar groß: Trotz der sinkenden Arbeitslosenzahlen ist die Nachfrage nach Beratungen in Kiel laut Bickel kontinuierlich hoch. Über 6000 Beratungsgespräche führten die 15 Mitarbeiter des Beratungszentrums im vergangenen Jahr.

Dabei wird, wie Bickel sagt, nach Möglichkeit das Kappen der Energieversorgung vermieden. Auch wenn die Schulden nicht erlassen werden, ist eine Einigung meist möglich. „Die Stadtwerke zeigen viel Bereitschaft für Kompromisse, um eine individuelle Vereinbarung mit den Klienten zu finden“, betont der Lichtblick-Geschäftsführer. Auch Frank Meyer hat nicht allein die Zahlungsrückstände der Schuldner vor Augen, wenn er erklärt: „Es geht darum, zu helfen und soziale Verantwortung wahrzunehmen.“

Oberbürgermeister Kämpfer zeigt sich dankbar für die enge Partnerschaft mit der Beratungsstelle. „Eine Schuldenkrise kann Ausdruck einer Lebenskrise sein, aber auch ihr Auslöser,“ erläutert Kämpfer. Die Arbeit der Schuldner- und Insolvenzberatung am Alten Markt ist ihm deshalb „unglaublich wichtig“.

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