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Reformationstruck macht Station in Kiel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Was zählt wie viel“ – unter diesem Motto stand der Aufenthalt des Reformationstrucks in Kiel am vergangenen Wochenende. Der 33 Tonnen schwere Koloss wurde anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums von der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) im November auf die Straße gebracht. Startpunkt war Genf. Im Mai wird der Truck in Wittenberg ankommen, wo der Reformator Martin Luther 1517 seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg schlug. Dann wird das Gefährt durch 19 europäische Länder gereist sein und in 68 Städten Halt gemacht haben – unter anderem auf dem Kieler Rathausplatz.

Dort gab es am Sonnabend ein Rahmenprogramm, das aus Musik und einem Poetryslam bestand. Im Innenraum des Reformationstrucks wurde den interessierten Passanten den ganzen Tag über auf mehreren Monitoren eine Dokumentation zur Reformation in Kiel sowie eine Straßenumfrage zur Leitfrage „Was zählt wie viel“ präsentiert. Außerdem gab es an zwei Stationen Audiobeiträge zum Thema. Auch Souvenirs konnte man von einem der ehrenamtlichen Helfer erwerben, die in wechselnden Gruppen den Truck auf seinem Weg durch Europa begleiten.

Jürgen Schindler, Pressesprecher des Kirchenkreises Altholstein, war mit dem Interesse am Sonnabend zufrieden: „Vormittags war der Ansturm groß.“ Nachmittags statteten Bischof Gothart Magaard, Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Anupama Hial (Pastorin der Evangelisch-Lutherischen Jeypore-Kirche in Indien) und Achim Schlufter, der sich als Asmus Bremer verkleidet hatte, dem Brummi einen Besuch ab. Magaard und Kämpfer versuchten, die Brücke von der Reformationszeit zu heute zu schlagen. So sprach Kämpfer den Abendmahlstreit zwischen dem katholischen Pfarrer Wilhelm Pravest und dem Reformator Melchior Hoffmann an. Der Streit wurde damals erbittert, insbesondere in der Kieler Kirche St. Nikolai, ausgetragen: „Manchmal wünsche ich mir das Feuer von
damals für die heutige Zeit“, sagte Kämpfer.

Bevor der Truck am Sonntag weiter nach Lemgo fuhr, gab es in St. Nikolai einen Gottesdienst, in dem die Partnerschaft des Kirchenkreises Altholstein mit Tansania im Zentrum stand. Ziel war es, die globale Dimension der reformatorischen Lehre herauszustreichen.

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