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Realitäts-Check in der Kieler Kita

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Familien-Ministerin Alheit (SPD) besucht zum Stichtag für den Betreuungsanspruch eine Einrichtung in Dietrichsdorf / 16 Kleinkinder auf Warteliste

Kiel | Die "Flummi-Gruppe" schnippelt Gemüse: Tomaten, Gurken und Co. Sie ist kleiner als sonst - es sind noch Ferien, viele Kinder noch nicht wieder da. John-Leon (4) versucht sich an einer roten Paprika. Kristin Alheit ergreift ihre Chance, zeigt ihm, wie man das Messer hält. Die Kieler Familien-Ministerin (SPD) ist zu Gast in der Kita "SpassBande" im Kieler Stadtteil Dietrichsdorf. Bevor sie die ganz Kleinen besucht, hilft sie bei den "Großen" in der Kinderküche mit. Es ist ein besonderer Tag - der Stichtag für alle Eltern mit Kindern unter drei Jahren. Jetzt gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Landeshauptstadt hat sich ins Zeug gelegt, um die Ziel-Quote von 36,4 Prozent zu erreichen - und liegt nach eigener Aussage bei 35,7 Prozent. Alheit will sich in verschiedenen Einrichtungen des Landes ein genaueres Bild machen. Der Realitäts-Check in der "SpassBande" wird zeigen: Es gibt noch viel zu tun.

Seit zwei Jahren besteht die Einrichtung des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf dem Kieler Ostufer. Sie bietet Plätze für 64 Kinder, hat wegen der Nachfrage durchgehend von sieben bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt zwei Gruppen mit je 22 Plätzen für Kinder über drei Jahren und zwei mal zehn Plätze für die unter Dreijährigen. Eine Leiterin, zehn Betreuerinnen und Betreuer, eine Aushilfskraft sowie zwei Helfer aus dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) kümmern sich um das Wohl der Knirpse. Schon da zeigt sich für Leiterin Gundula Britschin die erste Herausforderung: Mit dem vorhandenen Personal könne sie die langen Betreuungszeiten eigentlich nicht abdecken, wenn sie die Betreuer-Stärke in den Gruppen gewährleisten wolle, sagt sie: "Das passt vorne und hinten nicht." Nur durch Tricksen mit den Vor- und Nachbereitungsphasen und variablen Pausenlängen gelinge es derzeit.

Und Kinder, die betreut werden müssen, gibt es in der Kita genug. "Es war von Anfang an voll", sagt die Leiterin. Auch derzeit seien alle Plätze belegt: "16 Kinder stehen auf der Warteliste für einen Krippen-Platz, sechs Kinder für die regulären Gruppen", so Britschin. Viele Eltern würden entspannt damit umgehen. Doch ein Elternpaar mit zwei Kindern habe große Probleme. "Beide sind voll berufstätig, müssen jetzt auf eine Tagesmutter ausweichen", berichtet die Leiterin, "und das klappt gar nicht". Das ältere Kind besuche zudem bereits die Kita "SpassBande", da wünschten sich die Eltern auch einen Platz für das jüngere.

"Der Bedarf wird weiter ansteigen", glaubt die Ministerin, geht aber davon aus, dass Kiel die Nachfrage abdecken könne. "Das bedeutet natürlich nicht, dass jeder seinen Wunschplatz bekommt." Sie lässt sich die Schlafplätze der Krippe zeigen. Und erzählt, ihre beiden Söhne (7 und 15 Jahre alt) seien auch auf Krippenbetreuung angewiesen gewesen - "sie bekamen nicht sofort einen Platz, ich kenne also die Mühe", sagt Alheit, bevor sie zum nächsten Termin davonfährt.

In Kiel gibt es nach Auskunft einer Pressesprecherin der Stadt derzeit in 146 Kindertageseinrichtungen 2 214 Betreuungsplätze für unter Dreijährige, davon 1 633 in Krippen und altersgemischten Gruppen sowie 581 in der Tagespflege. Dafür stünden rund 400 pädagogische Fachkräfte in Krippen und altersgemischten Gruppen zur Verfügung. Darüber hinaus sind demnach etwa 170 Tagespflegepersonen in Kiel tätig.

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erstellt am 02.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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