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Radarturm in Rot-Weiß: Kiels neues Wahrzeichen überwacht bald die Förde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Kuppel sitzt. Das letzte Segment für den neuen Kieler Radarturm mit Leuchtfeuer wurde gestern mit Hilfe eines Autokrans aufgesetzt. Endmontage sagt der Fachmann dazu. Insgesamt 40 Schrauben halten den achteckigen, roten und tonnenschweren Konus jetzt an Ort und Stelle.

Das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck lässt nun noch die aufwendige Technik installieren, mit der der Turm bis Ende 2013 ausgestattet sein soll. Direkt neben dem alten Radarturm, der dann abgebrochen wird, wurde die moderne Stahlkonstruktion auf der Nordmole des Scheerhafens in der Wik errichtet (wir berichteten) – und ist der größte Leuchtturm-Bau seit Jahren an der Ostseeküste. Er kostete rund 750 000 Euro.

Notwendig geworden ist der ungewöhnliche Neubau Amtsleiter Henning Dierken (Foto) zufolge aufgrund des „baufälligen Zustands“ des jetzigen bereits über 100 Jahre alten Stahlfachwerkbaus. Der neue Turm ist mit 28 Metern höher als sein Vorgänger.

In Betrieb gehen wird der Radarturm in Rot-Weiß gänzlich aber wohl erst in ein paar Monaten. Denn die große neue Radaranlage (Gewicht: 400 Kilogramm) wird voraussichtlich erst bis zum zweiten Quartal 2014 eingebaut. Diese große und die bisherige schon vorhandene kleine Radarantenne sollen den Schiffsverkehr in Zukunft bis zum Eingang der Kieler Förde von der Ostsee aus überwachen. Auch die Kanalschleusen-Ein- und Ausfahrt fällt darunter.

Die Reichweiten der Radarantennen sind nach Angaben des WSA „quasi unendlich“, wobei die Genauigkeit mit der Entfernung abnimmt. In der Kieler Förde schließt sich dann mit dem Radar Bülk der Überwachungsbereich der äußeren Kieler Förde an.

Das WSA Lübeck arbeitet daran, die westliche Ostsee nahtlos mit Radartechnik zu kontrollieren, um somit, wie Dierken sagte, die maritime Verkehrs-Sicherheit durch das stetig gestiegene Schiffsaufkommen zu optimieren. Überwacht wird die Ostsee ähnlich wie der Luftraum durch die Flugsicherung im Bereich Flensburger Förde bis Leuchtturm Buk bei Kühlungsborn von der Verkehrszentrale Travemünde. Im sogenannten Sicherungssystem Ostsee passen die Mitarbeiter beispielsweise auf, dass Schiffe nicht miteinander kollidieren oder auf Grund laufen.

Als Leuchtfeuer für den Turm wird die alte Optik vom „Einfahrtsfeuer Süd“ verwendet – mit 600 Watt starken Halogenstrahlern.

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erstellt am 12.Sep.2013 | 00:33 Uhr

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