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Kieler Landgericht : Prozess um schweren Kindesmissbrauch – Angeklagter schweigt

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Vor rund 20 Jahren soll ein 69-Jähriger einen Jungen über Jahre missbraucht haben. Erst 2011 erstattete das Opfer Strafanzeige.

Kiel | Rund 20 Jahre nach einem mutmaßlichem schwerem Kindesmissbrauch muss sich ab Dienstag ein 69-Jähriger vor dem Kieler Landgericht verantworten. Laut Anklage verging sich der Mann in Kiel von 1994 bis 1998 in zehn Fällen an dem Sohn seines Gartennachbarn.

Der Junge war zu Beginn des schweren Kindesmissbrauchs zehn Jahre alt. Tatorte sollen die Gartenlaube oder die Dunkelkammer in der Wohnung des Angeklagten gewesen sein. Das mutmaßliche Opfer erstattete 2011 Strafanzeige.

Der Angeklagte schwieg zu Prozessbeginn am Dienstag. Dafür berichtete die Frau des mutmaßlichen Opfers, dass ihr Mann ihr erstmals 2011 nach einem heftigen Streit unter Tränen von schweren Übergriffen erzählte. Sie drängte ihn daraufhin zur Anzeige. Die Staatsanwaltschaft erhob 2014 Anklage. Der Angeklagte ist nicht vorbestraft. Für das Verfahren sind insgesamt sechs Verhandlungstage vorgesehen.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Axel Bieler kommt es bei derart weit zurückliegenden Vorwürfen oft nicht zur Anklage, da die Beweiserhebung mit den Jahren immer schwieriger werde. Teilweise hätten die Betroffenen selbst nur noch diffuse Erinnerungen. Gebe es keine weiteren Zeugen und stehe im Prozess Aussage gegen Aussage, könne das nach dem Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ zu Freisprüchen führen.

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erstellt am 03.Feb.2015 | 11:23 Uhr

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