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Prozess nach tödlicher Prügelattacke auf 72-Jährigen beginnt am Mittwoch

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wegen einer tödlichen Prügelattacke auf einen 72-Jährigen muss sich von Mittwoch an ein einschlägig vorbestrafter Angeklagter vor dem Kieler Landgericht verantworten. Der 31-Jährige soll am 17. Mai dieses Jahres bei einem Streit auf der Straße in Kiel erst der 42-jährigen Tochter des Rentners mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Als der Vater ihr zur Hilfe eilte, wurde er laut Anklage mit einem Faustschlag niedergestreckt. Dann traf den noch am Boden knienden Mann ein wuchtiger Fußtritt unter das Kinn – der Angeklagte soll dazu vollen Anlauf genommen haben. Das Opfer fiel ins Koma und starb sechs Tage später in Krankenhaus.

Zu der hemmungslosen Gewaltattacke kam es laut Anklage, als die Tochter des Opfers an einer Baustelle mit dem Auto zurücksetzte und dabei vermutlich den Angeklagten und dessen Hund übersehen hatte. Der schlug den Angaben zufolge auf ihren Wagen – sie stieg aus. Beim nachfolgenden Streit erhielt die Frau demnach mehrere Fausthiebe ins Gesicht. Als der Vater dazukam, traf ihn die volle Gewalt des 31-Jährigen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schlug das Opfer durch den wuchtigen Tritt mit dem Hinterkopf auf der Straße auf und blieb mit schwersten Verletzungen regungslos liegen. Der Rentner erwachte nicht mehr aus dem Koma. Frau, Sohn und Tochter entschieden laut Medienbericht auf Grund der Verletzungen, die lebenserhaltenden Apparaturen abschalten zu lassen. Die Hinterbliebenen sind Nebenkläger.

Die Anklage lautet auf Totschlag. Dafür drohen dem Angeklagten bis zu 15 Jahre Haft. Der Mann hat ein langes Vorstrafenregister und stand zur Tatzeit unter Bewährung. Er sitzt in Untersuchungshaft. Zu dem Prozess ist auch ein psychiatrischer Gutachter geladen. Das Schwurgericht will insgesamt neun Zeugen hören. Das Urteil wird am 21. Oktober erwartet.

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