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Mutter informierte die Polizei : Prozess in Kiel: 36-Jähriger soll Tochter missbraucht haben

vom

Zu den Taten aus dem Jahr 2009 und 2010 hat sich der Vater bisher nicht geäußert. Ein Urteil soll Ende November fallen.

Kiel | Wegen schweren Missbrauchs seiner neunjährigen Tochter muss sich ein 36-Jähriger Vater seit Dienstag vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Staatsanwältin legte dem Angeklagten vier schwere Übergriffe in den Jahren 2009 und 2010 zur Last. Sie stützt sich auf die Aussagen des damals neunjährigen Mädchens und ihres jüngeren Bruders. Sie hatten sich 2012 der Mutter offenbart, die dann Strafanzeige stellte.

Der 36-jährige Angeklagte schüttelte während der Anklageverlesung immer wieder den Kopf und blickte zu seiner neuen Lebensgefährtin, die im Zuschauerraum saß. Eine Aussage vor Gericht lehnte er ab. Sein Mandant werde sich weder zur Person noch zur Sache äußern, erklärte sein Verteidiger zu Prozessbeginn.

Dafür sagte seine ehemalige Frau aus. Sie trennte sich Ende 2010 von dem Vater ihrer vier Kinder. 2012, als sie ein zweites Mal heiratete, habe ihr der jüngerer Sohn plötzlich erzählt: „Du Mama, Papa hat was ganz Böses gemacht.“ Auf ihre Nachfragen habe sie dann von dem mutmaßlichen Missbrauch erfahren, den dann auch die Tochter mit den Worten bestätigt habe: „Du Mama, das darfst Du gar nicht wissen.“ Die 35-Jährige wandte sich sofort an den Kinderschutzbund, später dann an die Polizei, wie sie berichtete. Die Jugendstrafkammer will die Geschwister am Freitag hören. Dann sollen die Öffentlichkeit und der Angeklagte aus dem Gerichtssaal ausgeschlossen werden. Der Vater kann ihre Aussagen über Video in einem Nebenraum verfolgen.

Zu den Übergriffen kam es laut Anklage während die Mutter nicht im Haus war. Sie und ihr Ex-Mann kannten sich seit früher Jugend und waren sieben Jahre lang verheiratet. Bis zur Geburt der Tochter seien sie ein Traumpaar gewesen, berichtete die Frau. Dann sei er gewalttätig geworden und habe sie auch krankenhausreif geschlagen.

Für das Verfahren sind sechs Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil könnte am 26. November verkündet werden.

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erstellt am 03.Nov.2015 | 14:39 Uhr

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