Spekulationen um Verlegung : Provinzial: Keine Standortschließung in Kiel

Es ist nicht das erste Mal, dass der Standort Kiel im Fokus steht. Jetzt steht eine Fusion im Raum. Tausend Kieler Mitarbeiter bangen erneut um ihre Arbeit.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Standort Kiel im Fokus steht. Jetzt steht eine Fusion im Raum. Tausend Kieler Mitarbeiter bangen erneut um ihre Arbeit.

1000 Mitarbeiter fürchten um Ihren Job. Ein Bericht über eine Verschmelzung des Standortes Kiel mit Münster sorgte für Unruhe. Mitarbeiter, Politik und Gewerkschaft kündigten Widerstand an. Die Provinzial dementiert Schließungs-Gerüchte.

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07. März 2014, 11:52 Uhr

Kiel | Nach der geplatzten Fusion der öffentlichen Versicherungen Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland in Düsseldorf gibt es Spekulationen um eine Verschmelzung der drei Versicherungsgesellschaften. Die Schaden- und Unfallversicherung ist im Augenblick auf Münster, Hamburg und Kiel aufgeteilt. „Wir lehnen jede Fusion ab, die nicht die Sicherheit des Gesamt-Konzerns erhöht oder Standorte gefährdet“, sagte die Kieler Betriebsratsvorsitzende Kerstin David am Freitag und kündigte damit bereits massiven Protest gegen eine mögliche Verschmelzung an. Zudem dürfe der öffentliche Auftrag der Provinzial nicht zur Disposition stehen.

Provinzial-Sprecher Jörg Brokkötter bedauerte die Unruhe um den Standort Kiel. Auf Anfrage teilte Brokkötter mit, dass der Vorstand sich ausdrücklich von den Gerüchten um eine Standortverlagerung distanziere. Bei strategischen Erwägungen sei für den Vorstand eine Aufgabe der regionalen Standorte Kiel, Hamburg und Münster keine Option, hießt es am Freitagmittag aus Münster. Vielmehr seien Regionalität und starke regionale Standorte wichtige Grundpfeiler des Provinzial NordWest Konzerns.

Auch Schleswig-Holsteins Landesregierung hat sich klar zur Provinzial-Versicherung mit ihrem Standort Kiel bekannt. „Das Land steht fest an der Seite der Provinzial“, sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Freitag. „Der Standort Kiel ist nicht verhandelbar“, betonte der Regierungschef. Auch Schleswig-Holsteins SPD-Landeschef Ralf Stegner kündigte zuvor Widerstand an: „Sollten Dritte versuchen, die Provinzial für die Lösung eigener Probleme zu missbrauchen, wird Schleswig-Holstein sich dagegen sperren.“ „Wir halten uns an Verträge, die wir schließen. Wir sind aber auch wehrhaft genug, um unsere Rechte aus Verträgen durchzusetzen.“

Auch Verdi-Sprecher Frank Schischefsky sagte gegenüber den Kieler Nachrichten: „Sollte es solche Bestrebungen geben, werden wir uns mit aller Kraft dagegen wehren.“ Schischefsky erinnert an die Demonstrationen im Zusammenhang mit einem möglichen Provinzial-Verkauf an die Allianz und warnt die Eigentümer: „Wenn es nötig ist, werden wir erneut Widerstand organisieren.“ Beide fordern ein klares Bekenntnis der Politik.

Die Provinzial Nord Brandkasse AG beschäftigt den überwiegenden Anteil der 1000 Mitarbeiter in Kiel. Innerhalb der nächsten vier Jahre, so ein Verbandsbeschluss, sollen mindestens 45 Millionen Euro jährlich eingespart werden. Diese Summe entspricht etwa der Hälfte der Einsparungen, die die Eigentümer (unter anderem 18 Prozent auch der Sparkassenverband Schleswig-Holstein) von einer Großfusion zwischen Provinzial Nordwest und Provinzial Rheinland erwartet hatten.

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