Gründer-Event in der Starterkitchen : Prototypingweek in Kiel – oder wie aus einer Vision Realität wird

Lukas Krebs, Philipp Alker und Dennis Ernst haben ein Ziel: die Infrastrukur an Bushaltestellen zukünftig mit ihrem Produkt verbessern. In der Starterkitchen in Kiel soll im Februar ein erster Prototyp entstehen.
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Lukas Krebs, Philipp Alker und Dennis Ernst (v.li.) haben ein Ziel: die Infrastrukur an Bushaltestellen zukünftig mit ihrem Produkt verbessern. In der Starterkitchen in Kiel soll im Februar ein erster Prototyp entstehen.

Am Anfang stand die Idee „Lan-Party in der Hosentasche“ – vielleicht findet sich das Produkt von drei Kieler Studenten schon bald an jeder Bushaltestelle.

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18. Januar 2018, 19:10 Uhr

Kiel | Jeder kennt wohl dieses Bild an deutschen Bushaltestellen: einander fremde Leute stehen verlegen nebeneinander, blicken zu Boden – oder mittlerweile eher auf ihr Smartphone. „Wie cool wäre da eine Lan-Party in der Hosentasche“, dachten sich drei Kieler Studenten. „Wenn man miteinander auf seinen Handys spielt, kommt man ins Gespräch. Die Leute reden, das ist schön.“

Starterkitchen ist ein Gründerraum und Coworkingspace im Kieler Wissenschaftspark – organisiert von www.opencampus.sh. Sie bietet Startups und Freelancern Arbeitsplätze, Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten und wird vom Wirtschaftsministerium sowie von der EU subventioniert. Ein Arbeitsplatz kostet 20 Euro im Monat. Entscheidende Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass man Teil der Community wird und sich einbringt.

Die Idee war geboren – und hat sich mittlerweile sehr viel weiterentwickelt. Seit rund zwei Monaten arbeiten, diskutieren und netzwerken die Gründer Philipp Alker (29), Lukas Krebs (23) und Dennis Ernst (27) in der Starterkitchen im Kieler Wissenschaftspark – einem sogenannten Co-Working-Space – und tüfteln an ihrem Produkt. Es geht ihnen um Zeitoptimierung und Service. Dafür könnten Boxen an Haltestellen angebracht werden, auf denen man sich dann mit dem Smartphone einloggt. Die entsprechende Hardware haben die drei bereits.

Alexander Ohrt (Mitte stehend) lädt im Starterkitchen auch regelmäßig zum Gründerfrühstück, wo sich Interessierte in entspannter Atmosphäre kennenlernen und austauschen können.
Dana Ruhnke

Alexander Ohrt (Mitte stehend) lädt im Starterkitchen auch regelmäßig zum Gründerfrühstück, wo sich Interessierte in entspannter Atmosphäre kennenlernen und austauschen können.

„Es gibt etliche Ideen, welche Infos abrufbar sein sollen – von Nachrichten, Fahrplanauskünften bis hin zu Spielen, einer Party-Map oder einem lokalen schwarzen Brett“, erklärt Lukas Krebs. „Entscheidend ist der hyperlokale Ansatz, dass man sich also mit seinem unmittelbaren Umfeld beschäftigt“, ergänzt Teampartner Dennis Ernst.

Soweit die Idee – nun wollen die drei dem fertigen Produkt ein großes Stück näher kommen. Dafür nehmen sie an der „Prototypingweek“ (PTW) von opencampus.sh in der Starterkitchen teil.

Zum sechsten Mal findet das in Norddeutschland einzigartige Event vom 26. Februar bis zum 2. März in den Räumen in der Kuhnkestraße statt. Das Ziel: In fünf Tagen soll den Visionen von Gründern zur Realität verholfen werden. Am Ende muss jedes Team einen Prototyp in den Händen halten und der Öffentlichkeit präsentieren. 

Alle Ideen sind zugelassen

Unterstützung bekommen die Teilnehmer dabei von interdisziplinären Mentoren aus der Wirtschaft und Hochschulen. „Niemand weiß vorher, was funktioniert“, sagt Alexander Ohrt, Pressesprecher bei opencampus.sh. „Alle Ideen sind zugelassen, die Experten geben Hinweise, ermutigen und zeigen Richtungen auf. Es ist erstaunlich, was man in fünf Tagen schaffen kann.“ Das findet auch Mentorin Inge Schröder, die immer wieder begeistert ist von der Kreativität und dem Enthusiasmus der Teilnehmer.

Eine davon wird in diesem Frühjahr auch Karolin Kraut sein. Die Kommunikationsdesignerin hat mit ihrem Team eine andere Vision: Computerspiele verstanden als Kulturgut, die wie Filme oder Bücher auch einen pädagogischen Aspekt haben können.

„Clockword“ soll ihr Spiel heißen. „Der Spieler wird beispielsweise mit moralischen Zwickmühlen und Vorurteilen konfrontiert“, so die 30-Jährige. „Zwei Jahre lang haben wir an der Story gearbeitet.“ Bei der PTW gehe es erstmal darum, das Konzept für den ersten Prototyp zu erstellen.

Bisher haben sich 20 Teilnehmer für die Veranstaltung im Frühjahr angemeldet. Platz sei für 50 Leute, so Ohrt. Noch bis zum 20. Februar werden Anmeldungen online entgegengenommen. Hier gibt es auch zusätzliche Informationen. Die Veranstaltung wird auf Deutsch und Englisch stattfinden, da auch internationale Teilnehmer willkommen sind. Übrigens: Auch ohne Idee – dafür aber etwa mit Knowhow – kann teilgenommen und sich einem Team angeschlossen werden.

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