zur Navigation springen

Weniger Stationen : Polizei zieht sich aus der Fläche zurück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Direktion in Kiel geht mit einem Umstrukturierungsplan in die Offensive: Dienststellen sollen zusammengelegt werden. Die Bürgernähe soll trotzdem erhalten bleiben.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 06:03 Uhr

Diese Pläne werden in der Landeshauptstadt Kiel für Unruhe sorgen: Die Polizeidirektion will eine seit einem Jahr vorbereitete Straffung ihrer Organisationsstruktur möglichst bis 2017 umsetzen, sofern der Innenminister zustimmt. Künftig gibt es nur sechs statt zehn Stationen. Die vier übergeordneten Reviere bleiben erhalten.

Die Polizei zieht sich also auch in Kiel aus der Fläche zurück. Was mit der Umstrukturierung der Direktion im Kreis Plön begonnen wurde, wird jetzt an der Förde fortgesetzt. Weil die Pläne in Plön für viel Kritik gesorgt haben, setzt die Polizei in Kiel nun auf eine andere Strategie – sie geht in die Offensive. Der Oberbürgermeister, Ratsfraktionen und Ortsbeiräte wurden gestern eingeweiht.

Das Schlagwort lautet „Zusammenlegung“. Ziel: Die heute in sehr unterschiedlicher Stärke aufgestellten Stationen sollen gestrafft und einheitlicher, moderner, besser vernetzt sowie leistungsfähiger werden, Ressourcen gebündelt werden. „Deutlich verbesserte Sprechzeiten für die Bürger“ stellt Frank Matthiesen, Leiter des Führungsstabs der Direktion, genauso in Aussicht wie eine verstärkte Eigensicherung der Beamten vor Ort. Denn Stationen mit nur ein oder zwei Beamten soll es künftig nicht mehr geben. Mindestens zehn Kräfte werden einem Standort zugeteilt.

An der Personalstärke und am Präsenzkonzept soll sich laut Kiels Polizeichef Thomas Bauchrowitz nichts ändern: Die 73 Beamten in den Revieren werden nur umverteilt. Er betont: „Natürlich weiß ich, dass man einem Stadtteil dadurch etwas nimmt. Konkrete Gesichter sind irgendwann nicht mehr da.“ Die Bürgernähe aber bleibe erhalten: 15 Streifen in der Freitagsnacht, eine davon nördlich des Kanals.

Und so sehen die Pläne konkret aus: Den vier bestehenden Polizeirevieren werden zum Teil weniger Stationen nachgeordnet, die dafür personell besser ausgestattet sein sollen. Die betroffenen Einheiten werden allerdings auch für mehr Einwohner zuständig sein. Der Kieler Norden und der Südosten sind besonders betroffen.

So hat die Station in Kiel-Holtenau schon heute kein festes Personal mehr, ist lediglich zwei Mal die Woche für je zwei Stunden besetzt. Dieser traditionsreiche Polizei-Standort fällt weg. Auch Schilksee wird geschlossen. Von Friedrichsort aus sollen alle Polizeibeamte nördlich des Kanals arbeiten – ein Bereich mit aktuell hohen Einbruchszahlen. Die Station in der Wik steht ebenso wie Suchsdorf auf der Streichliste. Dafür wird eine neue Station in Projensdorf eingerichtet. Weil in der Wik viele Flüchtlinge leben, zeigt die Polizei in den Unterkünften tägliche Präsenz.

Für das 4. Revier auf dem Ostufer mit Kronsburg, Elmschenhagen und Dietrichsdorf bedeutet die Maßnahme: Dietrichsdorf bleibt als Einheit erhalten, wird personell aufgestockt. Elmschenhagen und Kronsburg werden jedoch zusammengelegt als Station Wellsee. Unverändert bleiben das Falckrevier für Kiels Zentrum sowie das 3. Revier mit den Stationen Hassee und Mettenhof.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen