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Ostuferhafen : Polizei entdeckt Transporter mit geklauten Rädern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Fahrer wollte sich auf der Fähre nach Klaipeda einschiffen. 30 gebrauchte, aber hochwertige Fahrräder hatte er in seinem Transporter gelagert. Mindestens sechs von ihnen sind nachweislich gestohlen.

Ein kleiner, aber bemerkenswerter Erfolg im Kampf gegen den Fahrraddiebstahl gelang der Bundespolizei in Kiel. Bei der Kontrolle eines Kleintransporters im Ostuferhafen entdeckten sie nicht weniger als 30 gebrauchte Fahrräder. Die Beamten hatten offenbar das richtige Gespür: Sechs der hochwertigen Zweiräder waren als gestohlen gemeldet, für zwei weitere lag kein Eigentumsnachweis vor. Die restlichen Drahtesel konnte der Fahrer gestern wieder einladen. Er wartet jetzt auf die Fähre nach Klaipeda (ehemals Memel) in Litauen.

Allerdings: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es sich bei diesen 22 Rädern ebenfalls um Diebesware handelt. Doch die Polizei konnte keinerlei Anzeigen ausfindig machen, auch die Rahmennummern waren nirgendwo registriert. „Im Zweifel für den Angeklagten“, erklären Gerhard Selke und Michael Hiebert, die beiden Pressesprecher der Bundespolizei.

Fahrraddiebstahl ist ein schwieriges Feld, das hatte auch jüngst die Kieler Polizei in ihrer Jahresstatistik festgehalten. 3128 Fälle gab es im Jahr 2015 – ein Plus von 40 Prozent gegenüber 2014 –, nur 140 Taten wurden aufgeklärt. Das entspricht einer Quote von 5 Prozent. Oft genug halten die Polizisten einen verdächtigen Radfahrer an, können ihn aber als Langfinger nicht ausmachen – meist hat der Besitzer den Diebstahl noch gar nicht bemerkt.

Hiebert empfiehlt Radbesitzern deshalb dringend, sich ein vernünftiges Schloss anzuschaffen, eine Codierung bei der Polizei zu durchlaufen und eventuell sogar einen kleinen GPS-Sender am teuren Rad zu installieren. Auch brauchbare Fotos vom Drahtesel können im Fall des Diebstahls gute Dienste leisten.

Gegen den Transporterfahrer wird demnächst ein Gerichtsverfahren eröffnet. Er wird sich in Litauen nicht dauerhaft verstecken können. Das Urteil könnte in seiner Abwesenheit fallen – doch sollte er je wieder an der deutschen Grenze seine Papiere vorlegen, heißt es dann: Strafe bezahlen oder in den Knast.  

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erstellt am 07.Jun.2016 | 22:17 Uhr

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