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Mord an Rentnerin : Polizei bittet jetzt zum DNA-Test

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mit der modernen Untersuchungsmethode soll der Mord an der Kieler Rentnerin Linde Perrey endlich aufgeklärt werden. Im Juni 2016 war sie in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden. Bislang gibt es keine heiße Spur. Daran konnte auch „Aktenzeichen xy . . .“ nichts ändern.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2017 | 16:58 Uhr

Fast zehn Monate nach dem Mord an der Kieler Rentnerin Linde Perrey (Foto) ist die Tat immer noch nicht aufgeklärt. Selbst die Fahndung im Rahmen der TV-Sendung „Aktenzeichen xy . . .“ brachte keinen Durchbruch. Jetzt entschlossen sich die Ermittler der Kieler Mordkommission zu einem ebenso spektakulären wie seltenen Vorgehen. In den nächsten Tagen werden mehrere hundert Personen offiziell angeschrieben und gebeten, eine Speichelprobe abzugeben. Das Amtsgericht Kiel hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft diesen Reihen-DNA-Test abgesegnet.

Nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Arends sehen die Ermittler in den Speichelproben einen wichtigen Ansatz, um die Tat endlich aufzuklären. Ein einziges Mal hat die Kieler Polizei bislang zu diesem Verfahren gegriffen – mit Erfolg. Insbesondere ältere Menschen waren in den Jahren 2010/2011 Opfer einer Serie von Raubüberfällen in Schilksee. Eine 82-jährige Asthmakranke war damals sogar gestorben, weil sie vor Schreck zusammengebrochen war und nicht mehr rechtzeitig das lebensrettende Inhalationsgerät benutzen konnte. Nicht weniger als 3000 (!) Männer wurden zur Speichelprobe aufgefordert – es war der bislang größte DNA-Reihentest im Lande. Bei der Auswertung wurden zwei Brüder als Täter ausgemacht. Ihre Beute hatten sie in Spielcasinos verprasst. Sie legten ein Geständnis ab und wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Konkrete Angaben, um welchen Personenkreis es sich bei den jetzt Angeschriebenen im Mordfall Perrey handelt, machte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. Allerdings gab es von Anfang an in der Hausgemeinschaft an der Dehnckestraße im Kieler Stadtteil Hasseldieksdamm Gerüchte, wonach der Täter aus dem nahen Umfeld stammen und die grausige Tat die Folge eines spontanen Überfalls sein könnte.

Linde Perrey war alleinstehend und lebte ziemlich zurückgezogen in ihrer bescheidenen Wohung. Lebend war die alte Dame zuletzt am 13. Juni 2016 gesehen worden. Die 72-Jährige schwerhörige, nahezu taube Seniorin war eigentlich noch gut zu Fuß, musste aber wegen akuter Gleichgewichtsstörungen stets auf ihren Rollator zurückgreifen. Damit tätigte sie ihre Besorgungen in umliegenden Supermärkten, wozu auch die tägliche Zigarettenschachtel gehörte. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass ihr der spätere Täter nach einem Einkaufsgang gefolgt sein könnte. Linde Perrey wurde am 18. Juni 2016 tot in ihrer Wohnung aufgefunden.

Bislang verliefen sämtliche Ermittlungsansätze der Mordkommission im Sande. Vergeblich hat die Staatsanwaltschaft Kiel eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgelobt für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen. Auch die TV-Bilder bei „Aktenzeichen xy . . .“ erbrachten Anfang März keine heiße Spur zu dem Täter oder den Tätern. Der Mörder von Linde Perrey ist weiterhin auf freiem Fuß – das aber soll sich jetzt endlich ändern.  

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