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Albig vs. Günther : Polarisierung garantiert: Schleswig-Holstein hat die Wahl

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU-Chef Günther verfehlt 90 Prozent. Das ist allerdings keine Niederlage, kommentiert Peter Höver.

Ein paar Prozentpunkte mehr hätte sich manch einer in der Union sicherlich gewünscht für den Spitzenkandidaten. Die 90-Prozent-Marke hat Daniel Günther auf dem Parteitag am Wochenende knapp verfehlt. Eine Schlappe also für den Hoffnungsträger am Start in den Landtagswahlkampf? Weil Günthers glückloser Vorgänger und CDU-Spitzenkandidat a.D. Ingbert Liebing bei seiner Nominierung sogar besser abgeschnitten hatte? Sicher nicht.

Günther hat im Vorfeld des Parteitags von Neumünster politisch hoch gepokert. Zwei Jahre lang hat die Union an ihrem Wahlprogramm gebastelt. Unter Leitung von Günther übrigens. Und dann überrumpelt der CDU-Chef auch die Delegierten seiner Partei – zwei Tage vor dem Konvent mit dem erklärten Abschied vom Turbo-Abitur in Schleswig-Holstein. Das kommt nicht einmal in der sonst so auf Harmonie getrimmten Küsten-Union besonders gut. Der Parteitag hat Günthers Wende in der Schulpolitik mit großer Mehrheit abgesegnet. Ob aus Überzeugung, das mag dahingestellt sein. Eine Niederlage in dieser Sachfrage allerdings wäre drei Monate vor der Landtagswahl politisches Harakiri gewesen.

Sicher ist nach dem CDU-Landesparteitag vom Wochenende vor allem dies: Schleswig-Holstein hat am 7. Mai eine echte Auswahl. Das gilt nicht nur für die Inhalte, mit denen die konkurrierenden Parteien ins Rennen gehen. Und das gilt nicht weniger mit dem Blick auf die Spitzenkandidaten von Union und SPD: Hier ein Ministerpräsident Torsten Albig, der als Führungsfigur kaum mehr wahrnehmbar ist und sich mit der Rolle des präsidialen Regierungsredners zu begnügen scheint. Ihm gegenüber ein CDU-Herausforderer Daniel Günther, der erkennbar gestalten will. Polarisierung ist auch hier garantiert. Eines sollten Albig und seine Koalitionäre jedenfalls nicht tun. Sie sollten Günther nicht unterschätzen.

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erstellt am 04.Feb.2017 | 17:40 Uhr

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