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Picknick bringt 36 Nationalitäten zusammen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Versuch, drei elementare Bestandteile in Balance zu bringen, bildete die zentrale Herausforderung in dem Projekt „PICK EARTH NIC“, das jetzt am Falckensteiner Strand in Kiel seine weithin sichtbare Umsetzung fand. Auf Einladung von Performance-Künstlerin Alexandra Gneissl hatten 253 Gäste aus 36 Nationen auf 60 pinkfarbenen, quadratischen Decken zu einem gemeinsamen Picknick Platz genommen. Von oben betrachtet sollte sich eine in sich geschlossene Welt zeigen, die im Mosaik der Teilnehmer unterschiedlichster Herkunft keinen Widerspruch fand. Vielmehr ging vom exponierten Standort am Friedrichsorter Leuchtturm ein friedfertiges, völkerverbindendes Signal aus.

Soziales, Politisches und Künstlerisches wollte Gneissl ausbalancieren – jeder Aspekt fand seinen Schwerpunkt. Die soziale Komponente lag in der herzlichen Zusammenkunft von immerhin 36 der insgesamt 150 in Kiel lebenden Nationalitäten, dem Austausch der mitgebrachten Speisen, dem Gespräch, dem Spiel der Kinder. Schon allein dieses Erlebnis kann als eine weit reichende Botschaft der Veranstaltung senden, was somit den politischen Teil des Events erfolgreich unterstreicht.

Schwierig allein geriet der künstlerische, bildlich nachvollziehbare und gleichwohl dokumentarische Anteil. Die Künstlerin hatte mit Rücksicht auf das Wohlbefinden der Teilnehmer den Start des Picknicks in den wettergeschützten Bereich des Cafés „Deichperle“ gelegt – und schließlich alle Mühe, die Performance auf den Decken am Strand umzusetzen.

Den Ort am Falckensteiner Strand hatte Gneissl mit Bedacht gewählt: In der Verbindung der Förde mit Kieler Bucht und Ostsee, dem Ausgang des Nord-Ostsee-Kanals, dem internationalen Hafen, den Schiffen auf Reisen in ferne Länder sollte sich ihre eigene Verbindung zu den Gästen spiegeln, die sie alle persönlich eingeladen hatte – in den vergangenen sechs Monaten. „Ich wollte sehen, wie viele Menschen ein einziger Mensch zu einer solchen Veranstaltung zusammenbringen kann.“ Sie betonte die Spannung, die in der Verwirklichung ihrer Idee gelegen hatte, nicht zuletzt in der Unkalkulierbarkeit eines vierten Elements – des Wetters. Doch wie bestellt gesellte sich auch die Sonne zu den Fremden auf den Decken, die sich freundlich ein Stück weit nah kamen.

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erstellt am 17.Sep.2013 | 10:15 Uhr

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