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Wanderrouten in Kiel : Per Mausklick zu den „Grünen Wegen“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gut 50 Wanderrouten gibt es in Kiel - sie wurden auf die Nutzbarkeit für Menschen mit und ohne Behinderung überprüft. Die Kosten für die Überarbeitung der virtuellen „Grünen Wege“: gut 40.000 Euro.

shz.de von
erstellt am 01.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Mehr als 200 Kilometer weit kann man insgesamt durchs gesamte Stadtgebiet wandern – Kiel hat viele „Grüne Wege“, mehr als 50, ob stadtnah im Düsternbrooker Gehölz nahe der Kiellinie oder am Lang- und Tröndelsee über den Stadtrand-Wanderweg. Im Jahr 2004 hat das städtische Grünflächenamt sie erstellt. Die Übersicht dazu wurde jetzt nach umfangreicher Begehung, Analyse und Erweiterung der Marschrouten aufwändig im Internet umgestaltet und mit deutlich mehr Informationen versehen, die kaum Fragen offen lassen. Ein Schwerpunkt dabei: Die Barrierefreiheit.

Inklusion in der Freizeit ist das Stichwort. „Die Wege sollen für alle da sein“, sagte Bianca Körtge, Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung. Menschen, die mit Rollstuhl, Geh- oder Kinderwagen unterwegs seien, sollten wissen, wo sie gut vorankommen und wo die „Grünen Wege“ Hindernisse aufweisen. Der zuständige Stadtrat Adolf-Martin Möller beschrieb diesen naturnahen Ansatz, Menschen mit und ohne Behinderung eine Stadt näher zu bringen, als „einmalig in Schleswig-Holstein“. Zumal es in der Stadtverwaltung nicht nur Lippenbekenntnisse für die Inklusion, sondern tatsächlich ein Budget für ein Maßnahmenpaket gebe – in Höhe von 150 000 Euro. Die Überarbeitung der virtuellen „Grünen Wege“ habe gut 40000 Euro gekostet, man arbeite weiter daran. „Wir sind eine soziale Stadt – und das nicht nur oberflächlich“, sagte Möller nicht ohne Stolz.

In 19 Bereiche ist die Übersichts-Karte von Kiel aufgeteilt, die im Internet Auskunft über die Spazier- und Wanderwege gibt. Sie ist moderner gestaltet und deckt das gesamte Stadtgebiet ab. Jeder Interessierte kann die Informationen unter www.kiel.de/wege per Mausklick abrufen und ausführliche Beschreibungen herunterladen.

Mindestens zwei Routen pro Gebiet werden dem Wanderfreund vorgeschlagen. Ein Basisweg wird um Ergänzungsrouten erweitert. Mehr als 250 Sehenswürdigkeiten und kulturhistorische Gebäude werden ebenfalls kurz, auch mit Bildern, vorgestellt. Informationen wie die Weglänge, Startpunkt, gute Begehbarkeit und Bodenbeschaffenheit (Pflaster, Kopfstein, Schlaglöcher) gehören ebenso zu den neuen Details. Gefahren-Hinweise wie „Achtung: Ungesicherte Wasserkante“ warnen beispielsweise den Spaziergänger an der Kiellinie, der sich ebenso auf „zeitweisen Publikumsverkehr – auch Radfahrer und Skater“ – einstellen muss. Gefälle, Stufen, abgesenkte Bordsteinkante? Wegesbreite, Unebenheiten, intakter Fußweg? Auch diese speziell für Menschen mit Behinderung wichtigen Fragen klärt die Beschreibung im Internet.

Für die Erstellung dieser Übersicht nach den besonderen Kriterien zeichnete das Melsdorfer Planungsbüro Jünemann + Dr. Marxen-Drewes verantwortlich. „Die Begehung war eine ganz neue Erfahrung. Man betrachtet die Umgebung mit ganz anderen Augen“, berichtete Heinke Marxen-Drewes, die vergangenes Jahr zwischen Frühling und Herbst Kiel erwanderte. Ziel: Alle Nutzer, ob mit oder ohne Behinderung, sollten mit der Beschreibung etwas anfangen können.

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