Pro Katzheide : Ostufer-Verein kämpft für Erhalt des Freibades

Eindeutige Forderung: (v. l.) Hartmut Jöhnk, Michael Aulich und Jens Müller verlangen den dauerhaften Erhalt des Freibades.
Eindeutige Forderung: (v. l.) Hartmut Jöhnk, Michael Aulich und Jens Müller verlangen den dauerhaften Erhalt des Freibades.

Sie wollen, dass das bisherige Freibad in Gaarden dauerhaft erhalten bleibt. Die Aktiven haben mit „Katzheide: Ja!“ einen eigenen Verein gegründet. Denn sie befürchten, dass das künftige Zentralbad zu teuer wird für viele Familien auf dem Kieler Ostufer.

shz.de von
10. Mai 2015, 12:35 Uhr

Ihre Forderung ist so klar, dass die Aktiven gleich ihren Verein danach benannt haben: „Katzheide: Ja!“ heißt die Initiative auf dem Kieler Ostufer, die sich für den Erhalt des Freibades Katzheide in Gaarden stark macht. Dabei setzen die Mitglieder ausdrücklich auf einen Bürgerentscheid. Im Herbst, vielleicht aber auch erst zur nächsten Kommunalwahl, wollen sie die Einwohner über die Zukunft von Katzheide abstimmen lassen.

Mitstreitern wie Michael Aulich oder Jens Müller geht es nicht allein um die Frage, ob das bisherige Freibad noch für zwei Sommer seine Tore öffnet. Sie wollen erreichen, dass die Anlage langfristig erhalten bleibt – und auch dann noch Besucher anlockt, wenn das neue Sport- und Freizeitbad an der Hörn steht. Das soll 2017 der Fall sein.

„Katzheide ist ein wunderbares Freibad“, sieht Müller in der Einrichtung mit den weiten Grünflächen mehr als ein reines Schwimmbad. Er verweist auf den aktuellen Sozialbericht, der fürs Ostufer eine überdurchschnittlich hohe Zahl von verhaltensauffälligen und auch von übergewichtigen Kindern ausweist. Die Schließung von Katzheide wäre deshalb „das komplett falsche Signal“. Zumal die Eintrittspreise im modernen Zentralbad nach Müllers Einschätzung deutlich höher ausfallen werden – das könne sich dann kaum eine Ostufer-Familie leisten.

Hartmut Jöhnk (69) unterstützt den Verein „Katzheide: Ja!“. Als Bau-Ingenieur war der heutige Rentner einst am Bau der Schwimmbecken in Katzheide beteiligt. Er findet es erschreckend, dass die Stadt ihre Anlagen so miserabel wartet und unterhält. Aber das sei möglicherweise sogar Absicht: „Die Stadt will die Bäder wohl gar nicht erhalten.“

Die aktuellen technischen Schwierigkeiten in Katzheide sind nach seiner Einschätzung möglicherweise von der Drainageleitung verursacht, um die sich seit Jahrzehnten kaum jemand gekümmert habe. Jetzt aber drücke das Grundwasser, das nicht mehr richtig abfließen könne, auf die Beckenwände und die Abdeckfolie – und an diesen Dellen scheitere natürlich der Automatik-Sauger.

Jöhnk vergleicht Freibäder mit den Verkehrswegen. „Die Straßen sind nicht kaputt, weil sie alt sind, sondern weil sie nicht gepflegt werden.“ Mit einer vernünftigen technischen Dokumentation lasse sich für Katzheide eine solide Kalkulation erstellen – dann müsste sich die Stadt auch nicht mehr auf Ferndiagnosen verlassen.

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