Kreis Plön : Ostsee-Brasilien rüstet sich für Fußball-WM

Pünktlich zur WM hat das Fußballfieber auch Brasilien an der Ostsee erreicht. Hier rüstet man sich für das Fußballturnier – und vielleicht auch für Olympia.

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10. Juni 2014, 16:54 Uhr

Schönberg | Fußballfieber an der „Copacabana“ der Ostsee: Brasilien heißt der 1,6 Kilometer lange Strand in der Gemeinde Schönberg (Kreis Plön), der jetzt zum Nebenschauplatz der Weltmeisterschaft im richtigen Brasilien wird. Sogar der WDR rückt an, um von dem Strand nahe Kiel während der WM-Tage den Sportteil des ARD-Morgenmagazins zu senden. Ganz in der Nähe richtet Organisator Patrick Schlufter eine Beach Lounge mit mehreren Riesen-Fernsehern ein. Alle 64 Spiele werden auf sogenannten TV-Inseln am WM-Strand Brasilien übertragen, wie Schlufter am Dienstag sagte. Wenn Deutschland spielt, sollen zudem brasilianische Tänzerinnen für südamerikanisches Flair sorgen.

Bereits am Dienstag stimmten sich die beiden Sambatänzerinnen Luciana Heinz und Simone Santana, die in Hamburg als Sambalehrerin arbeitet, auf das bevorstehende Ereignis ein. Bei der Weltmeisterschaft werden sie unterschiedliche Mannschaften anfeuern: Heinz ist für Gastgeber Brasilien, Santana drückt Deutschland die Daumen – auch wegen der politischen Situation in ihrem Heimatland.

Am Dienstag wurde im schleswig-holsteinischen Brasilien noch kräftig gewerkelt. Beachlounge und Bühnen müssen bis Donnerstag aufgebaut, Ortsschilder sichtbar aufgestellt sein. Normalerweise stehen die Schilder nicht mehr an der Straße – sie wurden zu gerne gestohlen.

„Da half auch kein Anschweißen mehr“, sagte Schönbergs Bürgermeister Dirk Osbahr. Er hofft, dass sein Ort von dem Rummel um das Ostsee-Brasilien profitiert und viele Gäste kommen. „Wir freuen uns darauf“, sagte Osbahr. „Und wir sehen das auch als eine Art Vorbereitung für die Olympischen Spiele in zwei Jahren“, fügte er augenzwinkernd hinzu. Dann werden die Sommerspiele in Rio de Janeiro veranstaltet.

Dass der WDR sich für das Brasilien an der Ostsee entschied und nicht für das große in Südamerika, liegt außer am beziehungsvollen Ortsnamen an der Zeitverschiebung von fünf Stunden: Würde das Morgenmagazin live aus Brasilien berichten, wäre dort noch stockfinstere Nacht. „Also haben wir uns gesagt: Wenn wir nicht nach Brasilien fahren, dann fahren wir eben nach Brasilien“, sagt WDR-Sportredakteur Uwe Kirchner. Gleich nebenan liegt übrigens das Ostseebad Kalifornien.

Jeweils rund zehn Minuten will das ARD-Morgenmagazin aus dem Ostsee-Brasilien berichten, vom 16. bis 20. Juni und vom 30. Juni bis 4. Juli. Dann wird Moderator Peter Großmann Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah als Experten an seiner Seite haben. Dessen Geburtsland Ghana ist Vorrundengegner des deutschen Teams. Für die sozialen Netzwerke ist Arnd Zeigler („Wunderbare Welt des Fußballs“) dabei. Für ein Schlechtwetter-Studio hat der WDR gleich hinterm Deich übrigens die „Villa Brasilien“ angemeldet. Und am Strand werden Surfbretter mit den Nationalfarben der WM-Mannschaften platziert. Wer in Brasilien ausscheidet, dessen Board wird aufs Meer geschickt.

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