zur Navigation springen

Kiel blieb cool : Orkan „Xaver“ blieb ruhiger als erwartet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mehrere hundert Einsatzkräfte waren in Kiel in Alarmbereitschaft. Die Stadtverwaltung machte dicht und ist auch heute nicht besetzt. Dennoch: Das Wahlgremium für die Oberbürgermeister-Wahl musste tagen.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 06:21 Uhr

Leere Weihnachtsmärkte, geschlossene Schulen, Polizei und Feuerwehr in Alarmbereitschaft: Orkan „Xaver“ hatte den Norden gestern fest im Griff – hauptsächlich jedoch an der Westküste. In Kiel entwickelte sich bis zum Abend nicht viel mehr als starke Regenschauer und Sturmböen, die seit dem Mittag stetig zunahmen.

Doch die Landeshauptstadt war vorbereitet. 30 Streifenwagen und doppelt so viel Beamte hatte allein die Polizei im Dienst, ebenso stark awar der Rettungsdienst aufgestellt. Auch die Feuerwehr rüstete auf: Für den Einsatz selbst standen auf Ost- und Westufer mit allen Freiwilligen Feuerwehren 250 Einsatzkräfte zur Verfügung, im Extremfall sogar bis zu 400, um das erwartete hohe Einsatzaufkommen zu bewältigen. Auch die Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr war bereit, wurde bis Redaktionsschluss jedoch nicht gebraucht. 30 Mitarbeiter des Grünflächenamtes unterstützen die Feuerwehr zusätzlich, ebenso 30 Helfer des Technischen Hilfswerkes. Denn eigentlich rechneten alle laut Wettervorhersagen ab dem Nachmittag mit Windgeschwindigkeiten zwischen 150-160 Stundenkilometer sowie mit starken Regenfällen und Schneefall bis in den späten Abend hinein. Doch tatsächlich war es ruhiger, bei den Einsatzleitstellen liefen bis 19 Uhr insgesamt 65 Einsätze auf, davon 24 wegen des Sturms. Aber nur wegen umgestürzte Bauzäune und Verkehrsschilder oder abgeknickter Äste. Bis dahin erreichte der Wind nur Geschwindigkeiten von 110 Studnenkilometer in Kiel. „Bisher ist es erstaunlich ruhig, doch wer weiß, was in der Nacht noch kommt“, sagt Polizeisprecher Bernd Triphahn.

Das Meterologen mit ihren Wind- und Wasserstandsvorhersagen nicht immer ganz richtig liegen, bekamen die Hafenarbeiter in Kiel zu spüren. Früher als sonst wurden die Fähren beladen, weil wegen des heftigen und anhaltenden Westwindes mit niedrigen Wasserständen im Hafen gerechnet wurde. Für Lkw-Fahrer wird es dann schwierig, über die steilen Zufahrtsrampen zu manövrieren. Doch die Wasserstände blieben auf überraschend hohem Niveau, erklärte Seehafen-Sprecher Ulf Jahnke.

So richtig über den Sturm freuen dürften sich alle Schüler und Studenten, denn heute bleiben alle allgemeinbildenden Schulen geschlossen. Die Christian-Albrechts-Universität hat ebenso wie die Fachhochschule Kiel gestern Mittag 12 Uhr die Anwesenheitspflicht auch für heute aufgehoben. Damit niemand vergeblich zu einer Veranstaltung kommt, wird empfohlen, sich auf Hochschul-Homepage rechtzeitig zu informieren. Kieler Kitas haben heute ebenfalls nur bis 14 Uhr geöffnet.

Auch die Stadtverwaltung ist seit gestern 14 Uhr dicht, zahlreiche Veranstaltungen wurden wegen der Unwetterwarnung abgesagt. Nur ein Gremium konnte nicht auf seine Sitzung verzichten: Der Gemeindewahlausschuss, der gestern fristgerecht den 23. März als ersten, den 6. April 2014 als möglichen zweiten Wahltermin für ein neues Stadtoberhaupt bestimmte.

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen