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Geld-Segen : „Open Campus“-Konzept überzeugt

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert den Kieler Bildungscluster mit 250.000 Euro. Erklärtes Ziel: Fachkräfte sollen in der Region gehalten werden.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 08:00 Uhr

Fachkräfte zu gewinnen, zu binden und in der Region zu halten: Das sind die Ziele, die sich das Projekt „Open Campus“ auf die Fahne geschrieben hat. Jetzt wurde das Kieler Konzept in Berlin ausgezeichnet. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft fördert das Projekt in den kommenden zwei Jahren mit jeweils 125 000 Euro.

„Wir wollen zu einer professionellen Plattform werden“, sagte Dr. Inge Schröder vom Wissenschaftszentrum Kiel, das den Antrag federführend für die insgesamt 19 Partnerinstitutionen aus der Region vorbereitet hatte. Auf dieser Plattform sollen Studenten, Unternehmen und Organisationen zueinander finden. Die finanzielle Förderung durch den Stifterverband hilft dabei, dafür die Infrastruktur und Vernetzung zu schaffen. „Die Studierenden bekommen an den Hochschulen in Kiel sicherlich eine gute Fachausbildung. Doch sie brauchen auch konkrete Einblicke in Unternehmen, um zu lernen, worauf es dann im Beruf, im täglichen Job später ankommt. Wie funktionieren, wie ticken Unternehmen eigentlich? So erfahren die Studenten, wozu sie die Dinge in der Praxis benötigen, die sie in der Theorie lernen“, erklärt Schröder.

Das Kieler Konzept beruht auf einem Angebot unterschiedlicher Veranstaltungsformate, die von innovativen Lernansätzen wie „Service Learning“ (Lernen durch Engagement; Wie funktioniert die Dienstleistung an der Gesellschaft?) bis hin zu einem „Co-Working-Space“ in der Mensa reichen – einem flexiblen Arbeitsbereich, in dem Studenten und Unternehmer über ein niedrigschwelliges Angebot zusammenfinden. Zudem können Unternehmen und Organisationen Probleme oder Fragestellungen – beispielsweise zu internen Abläufen – einreichen, die an den Hochschulen an interessierte Studenten weitergegeben werden. Die erarbeiten dann interdisziplinär Lösungsansätze.

Neben Kiel zählen Greifswald, Paderborn und der Landkreis Lüchow-Dannenberg zu den Gewinnern des Wettbewerbs, die der Stifterverband für ihre Vorhaben zur Fachkräfte-Bindung ausgezeichnet hat. Insgesamt waren elf Regionen in der Endrunde vertreten. „Es war interessant, sich anzugucken, wie die anderen diese Thematik angehen“, sagte Schröder, für die auch zukünftige Kooperationen mit den anderen Preisträgern denkbar sind.

Neben Inge Schröder gehörten auch Harm Brandt (Campus Business Box), Pascal Ledune (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Rendsburg-Eckernförde), Prof. Frank Kempken (Vizepräsident der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel/ CAU) sowie Stadtpräsident Hans-Werner Tovar zum Präsentationsteam. Mit dabei waren auch Evalotte Koschinsky und Philip Southard. Die beiden CAU-Studenten und Mitglieder der Theatergruppe des Studentenwerks eröffneten die Präsentation mit einem Dialog, der das Bildungscluster „Open Campus“ aus Sicht der Studierenden darstellte. „Mit diesem Icebreaker konnten wir der Jury sofort glaubhaft vermitteln, worauf es uns ankommt“, erklärte Inge Schröder: „Der Projektantrag ‚Open Campus‘ nimmt ganz wesentlich die Studierenden am Standort ins Visier. Wir wollen sie unterstützen, ihre persönlichen Bildungswege erfolgreich in der Kiel-Region zu gestalten.“

CAU-Vizepräsident Kempken betonte: „In Wissenschafts- und Forschungskreisen genießt Kiel bereits einen ausgezeichneten Ruf. Die Entscheidung des Stifterverbandes trägt jetzt dazu bei, die Kiel-Region der Öffentlichkeit noch stärker als Innovationsregion mit Zukunft zu präsentieren.“ Groß war die Freude natürlich auch bei den Machern des Projekts. Dank der breiten Unterstützung könne die Initiative jetzt voll durchstarten, sagte Harm Brandt: „Jetzt können wir mit einem großen Team noch viel mehr Studierende erreichen als bisher.“

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