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Zob-Abbruch in Kiel : Olympia-Relikt macht Platz für Neubau

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach mehrfachen Verzögerungen gab die Stadt den Startschuss für den Abriss des maroden Zentralen Omnibusbahnhofs. Bis Ende Mai soll der Komplex verschwunden sein – damit bis 2017 ein Neubau entstehen kann.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2015 | 06:09 Uhr

Kiel | Funken fliegen, als der Schneidbrenner sich durch das Stahlgerüst frisst. Krachend löst der Abbruchbagger einzelne Streben, lässt sie mit Getöse auf den Schutthaufen fallen: Mit schwerem Gerät hat gestern der lange angekündigte und mehrfach verschobene Abriss des baufälligen Zentralen Omnibusbahnhofs (Zob) begonnen.

Strahlend beobachtete Kiels Baudezernent Peter Todeskino (Grüne) den Startschuss auf der Baustelle: „Jetzt geht's dem Zob an den Kragen!“, jubelte Todeskino. Das verstehe er auch als Fingerzeig: Mit dem Abbruch eines Olympia-Relikts von 1972 sei schließlich Erneuerung verbunden, „die wir für die Innenstadt brauchen“, so Todeskino.

Als erstes ist die sogenannte Galerie dran: Sukzessive wird mit Hilfe von Schrottschere und Sortiergreifer Träger für Träger der Stahlkonstruktion von oben nach unten zerlegt. „Das ist statisch anspruchsvoll“, erklärte Gunnar Lindenblatt, Inhaber des gleichnamigen Abbruch-Unternehmens aus Dithmarschen. „Wenn falsche Träger herausbrechen, kann alles wie ein Kartenhaus zusammenfallen“, so Lindenblatt. Insgesamt sechs Mann sollen den Zob-Komplex nun bis Ende Mai dem Erdboden gleichmachen.

Monika Hanke, Werkleiterin des städtischen Eigenbetriebs Parken, erläuterte, wie das Baufeld vorbereitet wird. Nach dem Abtransport des Schutts werden Altlasten im Grund aus einer früheren Tankstellennutzung entfernt und ein Tiefbunker aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgebaut. Diese liegen unter den ehemaligen Busspuren begraben. Das sind Massen von Beton“, so Hanke. Teilweise stünden diese unter Wasser. Daher müssten für den neuen Zob Spundwände eingebaut werden. Das Gebäude wird bis zu 30 Meter tief auf Pfählen gegründet. Die Arbeiter müssen zum Teil die Bunkerdecke entfernen und die Pfeiler durch den Betonboden hindurch rammen.

Bis Herbst 2017 steht der Neubau inklusive 520 Stellplätzen – wenn alles nach Plan läuft. Er soll weiterhin Knotenpunkt für Bahn, Busse und Autos in Kiel sein. Die Stadt investiert dafür 11,5 Millionen Euro. Der Abriss hatte sich mehrfach verzögert – zuerst aufgrund von Finanzierungs-Problemen, zuletzt wegen Formalitäten rund um die Ausschreibung.

Im Zuge des Rückbaus wurde jetzt eine Spur der Auguste-Viktoria-Straße gesperrt. Nur in Richtung Hauptbahnhof sie befahrbar. Weil viele Parkplätze verloren gegangen sind, empfiehlt die Stadt Autofahrern die Nutzung des CAP-Parkhauses (Zufahrt über Kaistraße), des Parkhauses im Sophienhof (Zufahrt über Hopfenstraße) und der Tiefgarage Europaplatz (Zufahrt über Kleiner Kuhberg). Auch die Bushaltestellen wurden aus dem Zob verlegt. Demnächst soll ein Wegweiser Reisende auf den direkten Weg vom Bahnhof zu den Bushaltestellen lotsen.

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