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„Ohne gute Basislager gibt es keine Gipfelstürmer“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2014 | 21:10 Uhr

Ein Plädoyer für „starke Familien“ gabe gestern die Kieler Bildungsdezernentin Renate Treutel ab. Das Wohlergehen der kleinen Kinder bis zu drei Jahren stand im Mittelpunkt der Bildungskonferenz, zu der 140 Teilnehmer ins Rathaus gekommen waren. „Starke Familien – von Anfang an!“ lautete die Überschrift. Denn noch bevor Betreuungsangebote in der Tagespflege, der Krippe oder der Kita greifen, sei die gute familiäre Bindung das wichtigste Element, sie bestimme das gesamte weitere Leben und die Bildungschancen. Renate Treutel griff zum Vergleich auf eine Weisheit vom Bergsteigen zurück: „Ohne gute Basislager gibt es keine Gipfelstürmer.“

Gemeinsam mit der Kieler Bildungsmanagerin Annika Poppenborg schaltete die Dezernentin gestern die Internetseite für ein Bildungsforum frei, das die Bedürfnisse der Eltern und erkunden möchte. Unter der Adresse www.kieler-bildungsdialog.de können Mütter und Väter, aber auch Experten wie Hebammen oder Erzieher, Informationen austauschen, kritische Worte loswerden und eine Diskussion anstoßen. Bis zum Ende des Monats werden sämtliche Beiträge gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse sollen dann ebenfalls im Netz veröffentlicht werden, wie Annika Poppenborg versprach.

Es gebe zwar eine Menge Angebote im Kieler Raum, erklärte Renate Treutel und ergänzte: „Bei der Beratung sind wir top.“ Doch man könne stets an den Schrauben drehen, sofern man die Bedürfnisse der jungen Eltern kenne. Im Kleinkindalter werden nach ihren Worten die wichtigsten Grundlagen für die spätere „Bildungsbiografie“ gelegt. „Und das muss uns so gut wie möglich gelingen“, lautet der Anspruch der Dezernentin.

Sie sprach von einer „großen Verantwortungsgemeinschaft im Kieler Bildungsraum“ – 8400 Mädchen und Jungen im Alter bis drei Jahren leben in der Landeshauptstadt. Die Familie sei der allererste Bildungsort, und den gelte es zu stärken. Was brauchen die Mütter und Väter? Wo finden sie Informationen? Auf welche Weise kann man sie unterstützen? – auf Fragen dieser Art will das Projekt Antworten geben.

Das Internet bietet für Renate Treutel und Annika Poppenborg dabei den Vorteil, dass gerade junge Eltern mit ihrem am Kleinkind orientierten Tag- und Nachtrhythmus nicht an bestimmte Zeiten gebunden sind. Sie könnten jederzeit ihre Anmerkungen ins Netz stellen und mit Gleichgsinnten diskutieren. Für die Verwaltung und die Politik wirke das Projekt wie ein „Hörgerät“ – man könne erfahren, was die Eltern und Fachkräfte wirklich bewege.

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