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OB: "Hier möchte man gern Kind sein"

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Kitas und Co.: Oberbürgermeisterin sieht Stadt gut aufgestellt / Betreuungsquote liegt bei 53 Prozent / Weitere Einrichtungen noch im Bau

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erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel | Die Oberbürgermeisterin fand lobende Worte - für die Kita. "Hier möchte man gerne Kind sein, hier fühlt man sich wohl", stellte Susanne Gaschke (SPD) jetzt beim Richtfest für die neue städtische Kindertageseinrichtung an der Gellertstraße fest, das gerade gefeiert wurde. Dahinter steckte natürlich auch Eigenlob. Botschaft: Kiel ist beim Betreuungsplatz-Angebot gut aufgestellt.

Nach der obligatorischen Zeremonie mit Richtspruch und Korn betonte Gaschke, dass die Landeshauptstadt die einst bundesweit angestrebte Betreuungsquote von 35 Prozent schon jetzt mit 53,4 Prozent für Ein- bis Dreijährige bei Weitem übertroffen habe. Allein im Stadtteil Südfriedhof gebe es bereits eine Abdeckung von 36,6 Prozent, nach Fertigstellung der neuen Kita, die eine Erweiterung der Kindertageseinrichtung im Schützenpark ist, werde sie 48 Prozent betragen. "Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Zahl der Plätze weiter zu erhöhen", so die Oberbürgermeisterin, die aber auch betonte, dass ohne Fördergelder der Bau nicht möglich gewesen wäre.

Kristin Alheit, Familien-Ministerin (SPD) des Landes, das sich mit einem Förderanteil von 570 000 Euro an den Baukosten von insgesamt rund 1,7 Millionen Euro beteiligt, wies Kiel hinsichtlich der Zahl der Kita-Plätze eine Spitzenreiterrolle im Land zu. "Das Land muss aber dafür sorgen, dass die Kommunen die Schaffung von Kita-Plätzen nicht alleine wuppen müssen", sagte die Ministerin.

Auf dem insgesamt 3050 Quadratmeter großen Grundstück wird das Außengelände altersgerecht für unter Dreijährige angelegt. Denn überwiegend diese Altersgruppe wird die neue Kita besuchen - es werden drei Krippengruppen für Kinder bis zu drei Jahren und eine Elementargruppe für Drei- bis Sechsjährige entstehen. Insgesamt bietet die Einrichtung, die von Tanja Seemann geleitet werden wird, Platz für 52 Kinder.

Das Kieler Betreuungsangebot für unter dreijährige Kinder wächst insgesamt. Darauf wies die Stadtverwaltung jüngst hin. Als kinderfreundliche Stadt habe Kiel in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Angebote der Kindertagesbetreuung auszubauen. Daher habe die Landeshauptstadt neben dem bereits erfüllten Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Dreijährige schon jetzt eine hohe Versorgungsquote für Kinder im Alter von ein und zwei Jahren. Diese Altersgruppe hat nämlich von August dieses Jahres an einen individuell einklagbaren Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in Tagespflege. Ein Sprecher: "Für mehr als die Hälfte aller Kieler Kinder in diesem Alter gibt es bereits heute einen Betreuungsplatz, weitere Krippenplätze sind im Ausbau."

Das Angebot richte sich in Kiel grundsätzlich auch an unter einjährige Kinder, deren Eltern beispielsweise auf Grund von Berufstätigkeit oder Ausbildung einen Platz benötigen. Die derzeitige Ausbauquote von 35,9 Prozent umfasse alle Altersgruppen bis drei Jahre, so der Sprecher. Einen individuell einklagbaren Rechtsanspruch gibt es für Kinder von einem Jahr an. Bezogen auf die Ein- und Zweijährigen mit einem einklagbaren Rechtsanspruch auf Versorgung stehen in Kiel für 4 115 Kinder insgesamt 2 196 Plätze zur Verfügung. Dies ergibt nach Angaben der Stadt die bereits erwähnte Versorgungsquote von 53,4 Prozent. Die Verwaltung bereitet sich jedoch darauf vor, mittelfristig einen höheren Betreuungsbedarf zu befriedigen.

Zurzeit werden in mehreren Stadtteilen Kindertageseinrichtungen (KTE) mit Plätzen vor allem für die ganz Kleinen gebaut, darunter die anfangs erwähnte Kita am Schützenpark. Die Erweiterung der KTE Amrumring in Suchs dorf um zwei Krippengruppen soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Auch private Träger bauen: die AWO im Gustav-Schatz-Hof in Gaarden (Plan: drei Krippen- und drei Elementargruppen) und Pädiko in Meimersdorf (insgesamt vier Krippen- und drei Elementargruppen).

Wie groß die Nachfrage im August wirklich sein wird, zeigt sich erst in den kommenden Wochen. Denn nun müssen die Eltern ihre Kleinen für das nächste Kindergartenjahr anmelden.

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