Schwentinental : Nur 30,7 Prozent Zustimmung – Bürgerentscheid scheitert

Grund zum Lächeln haben der Raisdorfer Feuerwehr-Chef Stefan Kühl (links) und Schwentinentals Bürgermeister Michael Stremlau.
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Grund zum Lächeln haben der Raisdorfer Feuerwehr-Chef Stefan Kühl (links) und Schwentinentals Bürgermeister Michael Stremlau.

Das freut in erster Linie die Betroffenen selbst: Die Freiwillige Feuerwehr Raisdorf darf bleiben, wo sie ist. Eine Initiative wollte den Abzug vom Standort an der Bahnhofstraße erzwingen, doch mehr als zwei Drittel der Wähler durchkreuzten diesen Plan.

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19. Februar 2018, 18:23 Uhr

Die Sache ist durch, sie ist eindeutig entscheiden – das räumte auch Tilmann Frank ein, der Sprecher der Bürgerinitiative, die einen Umzug der Freiwilligen Feuerwehr Raisdorf durchsetzen wollte. Doch die Einwohner der Stadt Schwentinental mit ihren beiden Ortsteilen Klausdorf und Raisdorf verpassten dieser Forderung eine deutliche Klatsche. Nur 30,7 Prozent (1348) der 4392 gültigen Stimmen unterstützten Frank und seine Mitstreiter. 3044 Schwentinentaler (69,3 Prozent) dagegen plädierten für den traditionellen Feuerwehr-Standort in Bahnhofsnähe. Frank hofft, dass sich die Entscheidung auch in fünf Jahren als richtig erweisen wird.

Nicht den geringsten Zweifel haben daran Bürgermeister Michael Stremlau und die große Mehrheit in der Stadtvertretung. Dort sehen sich die Fraktionen von SPD, CDU und Schwentinentaler Wählergemeinschaft (SWG) einer kleinen lautstarken Opposition von Grünen und der zweiten Wählergemeinschaft WIR („Wir in Raisdorf“) gegenüber. Einhellig begrüßten Volker Sindt (SPD), Uwe Bartscher (SWG) und Norbert Scholtis (CDU) das Ergebnis des Bürgerentscheids. Zeigt die Abstimmung ihnen doch auch, dass die deutliche Mehrheit der Schwentinentaler Wähler ihre gemeinsame Politik teilt.

Das Konzept, das sturmgeschädigte Gerätehaus durch einen modernen Neubau am gleichen Standort zu ersetzen, war der innigste Wunsch der Verwaltung, der Politik und auch der betroffenen Wehr. Feuerwehrchef Stefan Kühl freut sich darauf, dass er mit seinen Kameraden das lang ersehnte Neubauprojekt jetzt endlich in Angriff nehmen kann. Als Stremlau am Sonntagabend den Hof betrat, schalteten die Feuerwehrleute die Sirenen ihrer Fahrzeuge minutenlang zum Dank-Salut ein.

Das Erstaunliche am Ausgang des Bürgerentscheids: Weder in Klausdorf noch in Raisdorf fand sich eine Mehrheit für den Feuerwehr-Umzug. Denn die Konkurrenz der beiden ehemals selbstständigen Gemeinden ist heute noch zu spüren in Schwentinental – und sie auch der tiefere Grund für den Streit, der seit der Fusion die Geschichte Schwentinentals begleitet. Die neue Einigkeit lässt sich folglich auch als gutes Omen für die Feier zum zehnjährigen Stadtgeburtstag am 4. März werten. Um niemanden zu verprellen, wird das Festzelt genau in Höhe der früheren Gemeindegrenze aufgestellt.

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