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Feuerschiff Kiel : „Notoperation“ für historische Laterne

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das maritime Exponat des Schifffahrtsmuseums wird derzeit saniert. Das Leuchtfeuer stand früher auf dem Kieler Feuerschiff. Aus dem wurde später die bekannte Dreimastbark „Alexander von Humboldt“.

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2014 | 06:44 Uhr

Man konnte die Laterne gut übersehen. In ihrer blassen beige-gelben Lackierung steht sie seit 1988 an der alten Fischhalle, direkt am Kieler Hafen, umgeben von alten Bäumen. Über die Jahre ist das maritime Exponat des Stadt- und Schifffahrtsmuseums mürbe geworden: Es hat reichlich Rost angesetzt, drohte irgendwann zusammenzufallen. Dabei ist die Laterne ein Stück Kieler Geschichte – sie gehörte früher zum Feuerschiff Kiel, das später zur berühmten Dreimastbark Alexander von Humboldt umgebaut wurde. Im Frühjahr nun ist die Fischhalle im neuen Glanz erstrahlt und wiedereröffnet worden. Jetzt ist auch das Leuchtfeuer dran – es wird saniert. Eine Art Notoperation.

Museumsdirektorin Dr. Doris Tillmann erklärt auf Nachfrage: „Es gab in den letzten Tagen bereits Stahlarbeiten zur Erhaltung der Stabilität.“ Nun werde die Laterne bis zur Spitze eingerüstet. Am Gerüst werde eine Schutzplane befestigt. Tilmann ergänzt: „Denn jetzt muss die alte Farbe ab.“ Entrosten ist angesagt, dann steht das Auftragen eines Korrosionsschutzes sowie das Lackieren mit neuer Farbe an. Das wird nach Auskunft von Tillmann einige Tage dauern – „die Arbeiten sollen aber noch im August, wahrscheinlich noch vor Ferienende, abgeschlossen werden“. Das Stadt- und Schifffahrtsmuseum wird dabei unterstützt vom Tiefbauamt, Abteilung Ingenieurbau, Bereich Wasserbau. Diese Mitarbeiter sind sonst nach Angaben eines Pressesprechers der Stadt Kiel vor allem mit dem Bau von Kaianlagen beschäftigt. Die Gesamtkosten betragen ihm zufolge 30 000 Euro.

Zur Historie des Feuerschiffs Kiel: Die stählerne Bark wurde 1906 als Feuerschiff für die Reserve vom preußischen Seefahrtministerium geplant, in Auftrag gegeben und bei der Bremer Weserwerft gebaut. Reservefeuerschiffe dienten als Vertretung eines „Stamm“-Feuerschiffes während der Werftliegezeiten. Es war an vielen Orten in der Nord- und Ostsee eingesetzt. Am 5. Juli 1957 sank es fast nach einer Kollision mit einem finnischen Dampfer, wurde jedoch repariert und 1967 umbenannt in „Reserve Fehmarnbelt“. Fast 20 Jahre später wurde es durch ein unbemanntes Feuerschiff ersetzt, außer Dienst gestellt und an die Deutsche Stiftung Sail Training verkauft. Diese ließ die Bark zu einem Großsegler umbauen, den Rumpf grün streichen. Im Mai 1988 wurde das Schiff nach dem Naturforscher Alexander von Humboldt benannt. Die Laterne erhielt im selben Jahr vor dem Kieler Schifffahrtsmuseum ihren Platz. 2010 wurde die „Alex“, bekannt durch Bierwerbung, durch einen Neubau ersetzt.




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