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Norwegen und Kiel feiern Kieler Frieden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 19.Dez.2013 | 07:19 Uhr

Vor 200 Jahren schrieb die Landeshauptstadt Geschichte: Im Buchwaldschen Hof nahe dem Kieler Schloss wurden am 14. Januar 1814 die Friedensverträge zwischen dem militärisch unterlegenen Dänemark und Schweden sowie dessen Verbündetem England geschlossen. Damit endeten in Nordeuropa die Napoleonischen Kriege. Es kam zu einer territorialen Neuordnung Skandinaviens und zu einer Öffnung für moderne verfassungspolitische Ideen, die letztlich zur Unabhängigkeit und Staatsgründung Norwegens führten.

„Der Kieler Frieden von 1814 ist ein stadtgeschichtliches Ereignis von europaweiter Bedeutung“, sagt Bürgermeister Peter Todeskino. Sei Kiel sonst eher als Marinestadt bekannt, könne sie mit diesem Ereignis als Friedensstadt initiiert werden. Doch den Kieler Frieden kennt bisher hier kaum einer. „Die Historiker in Kiel wussten zwar etwas darüber, aber die Quellenlage war sehr problematisch“, sagt Dr. Doris Tillmann, Leiterin des Schifffahrtsmuseums. Unterstützt von norwegischen Historikern kamen kleine, schöne Geschichten zum Vorschein, die Licht in diesen bisher dunklen Geschichtsfleck Kiels bringen. In der dreisprachigen Ausstellung „Der Kieler Frieden 1814 – The Peace of Kiel – Kielfreden“ vom 14. Januar bis 4. Mai 2014 im Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseum werden diese gewürdigt. Besonders stolz ist Tillman, dass der Originalvertrag aus dem Stockholmer Reicharchiv zwischen Dänemark als Verlierer und Schweden als Sieger des Krieges, der in Kiel unterschrieben wurde, gezeigt werden kann und im Zentrum der Ausstellung steht. Anschließend wandert die Ausstellung vom 14. Mai bis 1. Juli in die Königliche Norwegische Botschaft Berlin. Zur Ausstellung erscheint ein – ebenfalls mehrsprachiges – Buch, herausgegeben von Ausstellungskuratorin Sonja Kinzler. Nicht nur mit Exponaten, sondern auch mit 24 000 Euro unterstützte Norwegen die Vorbereitung zum 200. Jahrestag. Hochrangige Politiker werden zur Feier in Kiel erwartet, denn sie ist für Norwegen der Auftakt zu einem ganzen Feierjahr ihres Grundgesetzes, dem ersten in Europa.

Um das historische Ereignis auch über die Feier und die Ausstellung hinaus zu würdigen, wird der Platz an der ehemaligen Stadtmauer (zwischen Warleberger Hof und geplanter Bebauung der Feuerwache) am 14. Januar offiziell in Platz des Kieler Friedens umbenannt.

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