Kieler Landgericht : Noch kein Urteil im Prozess um Millionenbetrug

Millionenbetrug

Von dem Geld, das der 55-Jährige erschwindelt haben soll, fehlt jede Spur.

Der 55-Jährige soll insgesamt 3,6 Millionen Euro ergaunert haben. Bisher gibt es aber keine Beweise für seine Taten.

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05. Februar 2018, 12:00 Uhr

Kiel | Im Prozess um den Millionenbetrug um eine angebliche Erbschaft hat die Staatsanwaltschaft am Montag eine Bewährungsstrafe gefordert. Es sei nicht auszuschließen, dass der Angeklagte zunächst selbst auf eine Betrugsmasche reingefallen sein könnte, sagte der Anklagevertreter am Montag in seinem Plädoyer. Er habe aber zumindest billigend in Kauf genommen, dass es keine Erbschaft geben könnte. Der Staatsanwalt sah einige Tatvorwürfe der Anklageschrift auch nach Abschluss der Beweisaufnahme als erwiesen an, die Hauptvorwürfe wurden hingegen fallen gelassen.

Dem 55 Jahre alter Norderstedter wurde zunächst vorgeworfen, Investoren getäuscht und von 2011 bis 2015 um rund 3,6 Millionen Euro betrogen haben. Das Geld brauchte er demnach angeblich, um an eine Erbschaft zu kommen, für die noch Steuerrückstände und Strafzahlungen fällig seien. Von den erschwindelten mehr als 3,4 Millionen Euro, die auf ausländische Konten geflossen sein sollen, fehlt jede Spur.

Weitere rund 110.000 Euro ließ sich der Angeklagte auf sein eigenes Konto überweisen. Wegen dieser Taten soll er nach dem Willen der Staatsanwaltschaft nun verurteilt werden.

Der Verteidiger des Norderstedters plädierte hingegen in allen Fällen für einen Freispruch. Sein Mandant sie überzeugt gewesen, dass es diese Erbschaft gegeben habe und es zu einer Auszahlung komme.

Das Gericht will sein Urteil am 8. Februar um 11.30 Uhr verkünden.

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