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Blick in die Zukunft : Neues Quartier auf dem Reißbrett

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem lukrativen MFG-5-Gelände an der Förde soll ein feiner Stadtteil entstehen. Für die Gartenschau 2020 ist ein eigener Fähranleger vorgesehen. Noch allerdings präsentiert sich das 80 Hektar große Areal nahezu unverändert genau so, wie es die Bundeswehr geräumt hatte.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 11:35 Uhr

Eine rumpelige Straße durch Friedrichsort, eine provisorische Baustelle und nagelneue Vossloh-Lokomotiven, die den Weg kreuzen: Man erwartet nicht zwangsläufig, dass sich hinter der schmalen Zufahrt mit dem Wartehäuschen das lukrativste städtische Gelände erstreckt. Auf dem früheren Areal des Marine-Flieger-Geschwaders 5 (MFG 5) soll nämlich ein völlig neuer Stadtteil gleich neben der Förde entstehen. Mit schicken Wohnungen, Parks und eigenem Fähranleger. Ein Teil des 80 Hektar großen Grundstücks ist für die „Landeswassergartenschau“ vorgesehen, die die Stadt im Jahre 2020 abhalten will. Carolin Breunig-Lutz, Autorin einer Machbarkeitsstudie zur Gartenschau, sowie Sebastian Jürgens als städtischer MFG-5-Beauftragter stellten gestern das Gelände vor.

Bis zur Umsetzung all der ehrgeizigen Pläne ist es allerdings noch ein langer Weg. Das Areal mit seinen Kasernen und Munitionsbunkern, mit den Hangars, den Helikopter-Landeplätzen und der Startbahn gehört gegenwärtig der Bundesanstalt für Immobilien-Aufgaben. Diese Bima will natürlich einen hohen Preis erzielen, die Stadt möchte die Flächen günstig erwerben. Die Verhandlungen laufen. Doch immerhin konnte schon die ersehnte Direktverbindung zwischen den beiden Kieler Stadtteilen Holtenau und Friedrichsort freigegeben werden. Spaziergänger und Radfahrer nutzen den neuen Weg seitdem häufig.

Laut Carolin Breunig-Lutz existiert noch keinerlei Baurecht. Flächenutzungs- und Bauleitpläne müssen geschaffen werden. Auch die Frage, was sich im Untergrund des jahrzehntelang militärisch genutzten Areals befinden könnte, ist noch nicht beantwortet. Vor diesem Hintergrund ist der Zeitplan, bereits in fünf Jahren eine Gartenschau abzuhalten, nach ihren Worten „ambitioniert“, aber machbar. Die Bewerbungfrist für die Gartenschau läuft übrigens am Freitag ab, bislang sind ist keine Konkurrenz bekannt. Kiel will die landesweite Großveranstaltung gemeinsam mit Heikendorf auf dem Ostufer ausrichten (wir berichteten), mit der Fähre wäre es für Besucher quasi nur ein Katzensprung über die Förde.

Eisig blies der Wind gestern am Standort des geplanten Anlegers. Dafür entschädigt die Aussicht: Künftige Anwohner und Besucher können vom HDW-Halgen in Gaarden bis zum Ehrenmal in Laboe nahezu die gesamte Förde überblicken und ebenso den Schiffsverkehr zum Nord-Ostsee-Kanal verfolgen. Auch für Seefahrer mit ihren Yachten, Motorschiffen und Seglern ist Platz genug vorhanden: Der Sportboothafen belegt am Stickenhörn nur einen kleinen Teil der Fördebucht. Die größere Fläche war bislang militärisches Sperrgebiet. Doch die Zeiten stehen auf Wandel, die Zäune werden bald fallen.
 

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