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Startsignal : Neues Leben im alten Topfhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Vertrag zwischen dem Land und dem Verein zum Erhalt des Alten Botanischen Gartens sichert die Grundsanierung des sogenannten „Topfhauses“. 400 000 Euro stehen dafür bereit, und bis 2018 soll insgesamt ein Million Euro in das langgestreckte Gebäude fließen.

Die Fenster vernagelt, das Geländer am Eingang verrostet, die einstmals weiß-blaue Holztür verwittert – recht trostlos wirkt das Gebäude hoch oben im Alten Botanischen Garten. Lohnt sich die Sanierung des ehemaligen „Topfhauses“ überhaupt? Die Antwort von Edda Hinrichsen von der neu gegründeten Topfhaus-Stiftung, ist ein klares Ja – und sie hat namhafte Unterstützer. Etwa Margitta Meyer vom Landesamt für Denkmalpflege. Für die Expertin ist der flache Gelbklinkerbau aus preußischer Zeit ein wichtiges Exponat der Kieler Botanikgeschichte.

Der Alte Botanische Garten gleich neben dem Gelände des Uni-Klinikums ist nämlich der vierte seiner Art. Historische Vorgänger gab es im Schlossgarten (ab 1669), am früheren Kloster (ab 1727) und an der Prüne (ab 1802). Sie sind sämtlich nicht mehr erhalten – dieses Schicksal aber wollten die Verantwortlichen dem 1873 eröffneten Garten am Düsternbrooker Weg ersparen. Denn seit 1985 verfügt die Stadt über den modernen, deutlich größeren Neuen Botanischen Garten auf dem Areal der Universität.

Ein Verein zur Erhaltung und Förderung des Alten Botanischen Gartens gründete sich damals. Er zählt heute weit über 200 Mitglieder und sorgte in der Vergangenheit etwa dafür, dass der schöne historische Pavillon nicht dem geplanten Hubschrauberlandeplatz für die Klinik weichen musste, sondern instandgesetzt werden konnte. Auch das benachbarte Topfhaus hatte das Uni-Klinikum in Beschlag genommen, hier war nach 1985 das Tierversuchslabor untergebracht.

Dem Verein kam dann aber zugute, dass mit 200  000 Euro an Bundesmitteln ein solider Grundstock für die Sanierung bereitstand. Eine eigens gegründete Stiftung kaufte jetzt dem Land als offiziellem Besitzer das langgestreckte Gebäude nicht nur zu einem symbolischen Preis von einem Euro ab. Die Stiftung erhielt vom Land außerdem weitere 200  000 Euro für die Instandsetzung, wie Staatssekretär Rolf Fischer gestern vor Ort erklärte.

Mit diesen insgesamt 400  000 Euro soll der wichtige erste Bauabschnitt bezahlt werden: die Sanierung von Fundament, Mauerwerk und Dach. Sobald sich das Topfhaus dann wieder passabel präsentiert, soll eine Spendenkampagne starten. „Wir gehen dann betteln“, kündigten Edda Hinrichsen und ihre Mitstreiter Klaus Ripken und Günter Horstmann an. Margitta Meyer schätzt die Gesamtinvestition auf rund eine Million Euro. Läuft alles nach Plan, könnte sich das Topfhaus seinen Besuchern bereits ab 2018 im frischen Glanz zeigen.
 

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erstellt am 21.Dez.2015 | 18:40 Uhr

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