Anscharpark : Neues Leben im alten Marinelazarett

Der Flur zum einstigen Bettenhaus.
1 von 4
Der Flur zum einstigen Bettenhaus.

Wohnungsgenossenschaften kooperieren für Bau-Projekt im Anschpark-Gelände: Drei Häuser sollen abgerissen werden, neun werden neu gebaut. 150 Wohnungen sollen im kreativen Stadtte / Abriss dreier Häuser / Künstlerhotel und Café geplant

Avatar_shz von
20. März 2014, 04:54 Uhr

Von den Decken bröckelt der Putz, Graffitis verzieren die Wände, Schutt und Glassplitter liegen auf dem Boden. Ein Gang durch die ehemaligen Bettenhäuser des einstigen Marinelazaretts am Anscharpark in der Wik gleicht einer Abenteuer-Tour. Die Natur hat sich außen zurückgeholt, wo sie einst von Menschenhand geformt wurde. Statt festen Wegen gibt es weichen Rasen, durch Risse im Beton treiben Pflanzen. Dass hier einst reger Krankenhausbetrieb und Unterricht geherrscht haben, ist heute schwer vorstellbar – dass bald wieder Leben in die Parkanlage kommen soll, dagegen nicht.

Die Atelierhausgesellschaft und vier Kieler Wohnungsgenossenschaften haben das 30 000 Quadratmeter große Areal mit insgesamt acht alten Häusern für 3,8 Millionen von der Prelios GmbH gekauft, den Vertrag am 25. Oktober 2013 unterschrieben. Hier sollen Mietwohnungen entstehen und natürlich Raum für Künstler und Kreativwirtschafter. Ein Gutachten sollte den Zustand der teils denkmalgeschützten Häuser klären. Jetzt steht fest, dass die Häuser 4,5 und 6 abgerissen werden. An ihrer Stelle entstehen sechs neue so genannte Punkt-Häuser (Anmerk. Red. einzeln stehende Hochhäuser, nicht höher als die derzeitige Bebauung), wie Helmut Knüpp (Foto) erklärt. Er ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft aus den gemeinnützigen Wohnungsunternehmen Eckernförde, der WOGE Wohnungs-Genossenschaft Kiel, der Baugenossenschaft Mittelholstein und der Wankendorfer Baugenossenschaft, die allesamt an den Planungen beteiligt sind. Insgesamt werden es neun Häuser sein, die in der ebenfalls geschützten Parkanlage mit besonderen Papierbirken gebaut werden. 150 Mietwohnungen, die Platz für Singles bis hin zu Familien bieten. 30 Prozent der Wohnungen wird öffentlich gefördert. Die Preisspanne pro Quadratmeter soll zwischen 5,50 und 9,50 Euro liegen. Knüpp: „Wir wollen den Charme des Stadtteils – die gemischten Milieus – auch hier abbilden.“

Der Atelierhausgesellschaft, zu der das schon restaurierte Atelierhaus gehört, das heute von Künstlern, Kunststudenten und Kreativwirtschaftern genutzt wird, gehören nun noch das Haus 1 und 3 der Atelierhausgesellschaft. Haus 1 ist noch am besten erhalten, dort wird übergangsweise eine Kita einziehen – die restlichen Räume wurden an Vereine und Künstler günstig vermietet. Haus 3, das Operationsgebäude, steht unter Denkmalschutz und muss restauriert werden. Hier soll Platz für Kreativwirtschafter und Künstler entstehen.

Für Haus 7 sowie die Leichenhalle gibt es verschiedene Nutzungskonzepte. Für Haus 7 sind ein Künstlerhotel, Wohnnutzung oder Ateliers unten und Wohnen im oberen Bereich in der Diskussion. Dafür sei man mit Privatinvestoren im Gespräch.. Knüpp: „Entscheidend für uns ist dabei, in wieweit das den Stadtteil auch in Verbindung mit der Atelierhausgesellschaft voranbringt und wie schnell es umgesetzt werden kann.“ Für die Leichenhalle, so Knüpp, gebe es viele Anfragen von Leuten, die darin wohnen möchten. Doch hier soll, wenn alles klappt, die Stiftung Drachensee ein Café betreiben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert