Richtfest an der Universität : Neues Haus für Rechtsgelehrte

So soll es Ende 2019 aussehen: Das Juridicum an der Ecke Olshausenstraße/Leibnizstraße wird Anlaufadresse sein für 2000 Jura-Studenten.
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So soll es Ende 2019 aussehen: Das Juridicum an der Ecke Olshausenstraße/Leibnizstraße wird Anlaufadresse sein für 2000 Jura-Studenten.

Das Juridicum auf dem Uni-Campus feierte gestern Richtfest. Der 33-Millionen-Euro-Bau leitet die optische Erneuerung der CAU ein. Für die nächsten Jahre stellt das Land nahezu eine halbe Milliarde Euro für Sanierung, vor allem aber für Neubauten zur Verfügung.

shz.de von
27. Juni 2018, 19:52 Uhr

Bei der Gründung der Christian-Albrechts-Universität (CAU) anno 1665 waren die Rechtsgelehrten bereits dabei. Aktuell im Jahre 2018 stehen sie wieder am Anfang einer Entwicklung, die die gesamte Universität erfassen wird. Mit dem Richtfest für das Juridicum, die Ausbildungsstätte künftiger Juristen, beginnt die architektonische Runderneuerung der Hochschule. Sie wird das Land geschätzte 450 Millionen Euro bis ins Jahr 2026 kosten.

Uni-Präsident Lutz Kipp und Prodekan Christoph Brüning konnten gestern alle wichtigen „Mitspieler“ begrüßen: Wissenschaftsministerin Karin Prien als Geldgeberin, Frank Eisoldt als Geschäftsführer der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, Burkhard Mentrup von AGN Leusmann als Vertreter der Architekten. Für den prominenten Termin wurde gestern ein wenig „geschummelt“. Der Richtkranz wurde hochgezogen, obwohl die oberste Etage im fünfgeschossigen Gebäude an der Ecke Olshausenstraße / Leibnizstraße noch nicht richtig angelegt ist.

Doch das tat der Freude über den Neubau keinen Abbruch. 33 Millionen Euro kostet der gesamte Bau. Die erste Planung datiert vom Mai 2015, Fertigstellung wird für Ende 2019 angepeilt. „Das ist eine gute Zeit“ schwärmten Kipp und Eisoldt bei ihrem Rede-Dialog von der für öffentliche Gebäude vergleichsweise kurzen Spanne.

Außerdem erhält das Juridicum als erster Neubau im Lande die Gold-Auszeichnung nach dem Bewertungssystem für nachhaltiges Bauen. Das Haus wertet die Kieler Universität auf, befand auch Ministerin Prien. Für sie ist das Juridicum der „Nucleus eines ganz neuen Uni-Viertels“. Fortschrittlich ist die CAU in ihren Augen allemal, „den Gebäuden sieht man es bisher aber nicht an“.

Das Juridicum, 91 Meter lang und 21 Meter hoch, bietet insgesamt 7200 Quadratmeter an Nutzfläche. Es sieht Dutzende von Studier- und Arbeitsräumen vor. Die gemeinsame Bibliothek (mit Theologie sowie Sprach- und Geisteswissenschaften) erstreckt sich über drei Stockwerke und wird 350 000 Bände aufnehmen. Platz wird außerdem sein für ein eigenes Café, einen Kopierdienst und eine Buchhandlung.

Der Wunsch von Polier Thomas Lübbe dürfte jedoch nicht aufgehen. In seinem Richtspruch wünschte er dem Hause keinerlei Unfrieden. Das allerdings ist der Kern der Rechtswissenschaften – Streit führen und auf guter Grundlage Urteile fällen.

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