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Reventloubrücke fertig : Neues Drehkreuz für die Fördeschiffe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Jahr für Abriss und Neubau: Gestern wurde die Reventloubrücke eingeweiht. Der Anleger kostete 5 Millionen Euro. Die teure Kampfmittelsuche sorgte für eine mehrwöchige Verzögerung.

Wie viele Stürme über der Förde und dem Rathaus in den kommenden Jahrzehnten toben werden, das weiß niemand. Aber eins stellte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gestern klar: Der neue Fördeschiffanleger Reventloubrücke am Landtag, gestern eingeweiht, soll im Jahr 2085 noch stehen. Er sei auf eine Nutzungsdauer von 70 Jahren angelegt „und wird Generationen von Kielern sowie Gästen“ dienen. Aus diesem Grund habe man Wert auf Qualität und Solidität gelegt, sagte Kämpfer, der ins Schwärmen geriet, von einer „Meisterleistung“ für den ÖPNV sprach: „Ich finde, der Anleger ist toll geworden.“

Mit Kosten von rund 5 Millionen Euro – Land und Nahverkehrsverbund haben den Neubau unterstützt – ist das Drehkreuz für die Fördedampfer mit drei Anlegestellen aber auch teurer geworden als geplant. Das lag an der umfangreichen Suche nach alten Kampfmitteln: Sie dauerte zehn Wochen und verzögerte nicht nur die Eröffnung um zwei Monate, sondern kostete auch 350  000 Euro. Die Suche war so aufwendig, weil der Grund von mehr als vier Tonnen Schrott bedeckt war. Darunter Schiffspropeller, Einkaufswagen, Fahrräder, Mobiltelefone. Auf sage und schreibe eine Stabbrandbombe stießen die Taucher dabei. Sie war allerdings harmlos – Zünder und Sprengstoff fehlten. „Diese Räumungen sind unverzichtbar. Sie kommen uns aber immer häufiger in die Quere“, so Kämpfer.

Vor gut einem Jahr war der marode Vorgänger aus dem Jahr 1963 abgerissen worden. In der Zwischenzeit diente die benachbarte private Blücherbrücke als Ersatzanleger. Ab heute werden die Fördeschiffe der Linien F1 (Hauptbahnhof Richtung Laboe) und F2 (Schwentinelinie) wieder „Reventlou“ mit seinen drei massiven Stahlbetonpontons ansteuern.

Die neue Barrierefreiheit testeten gestern gleich mehrere Kieler, die auf Rollstühle oder E-Scooter angewiesen sind. Claus-Dieter Schulz zeigte sich zufrieden. Besonders angetan hatte es ihm und zwei Rollifahrerinnen das neue Landgangbrett, das nun statt hölzern aus Aluminium und barriereärmer ist. Zwar benötige man immer noch ein wenig Hilfe vom Bordpersonal, fanden die Tester, doch sie lobten die Verbesserung. Annika Hoffmann und Freundin Isabell Veronese jubelten: „Jetzt können wir ohne Begleitung nach Laboe fahren!“. Bis Ende Oktober pendeln die Fördedampfer regelmäßig zwischen Bahnhofsbrücke und Laboe. Danach gilt ein eingeschränkter Winterfahrplan. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel, Lutz Oschmann, betonte, brauchen die in den 80-er Jahren gebauten Fördeschiffe „Heikendorf“ und „Strande“ indes „dringend Ersatz“. Darüber muss aber die Ratsversammlung abstimmen. Die hatte im Jahr 2012 auch einen Grundsatzbeschluss für den neuen Anleger getroffen.

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erstellt am 29.Aug.2015 | 06:17 Uhr

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