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Neuer Kripochef will "massiv ermitteln"

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Rolfpeter Otts erste Aufgabe ist allerdings ein Umzug

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erstellt am 16.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Kiel | Wache blaue Augen und ein fester Händedruck: Rolfpeter Ott ist neuer Chef der Kriminalpolizei in der Landeshauptstadt. Der gebürtige Kieler (44) tritt damit die Nachfolge von Oliver Malchow an, der zuvor seit Mai die Kripo geleitet hatte, bevor er kurz danach Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wurde.

Rolfpeter Ott ist Kriminaloberrat, hat nach dem Abitur in Kiel und Wehrdienst Ende der 80er Jahre gleich eine Karriere bei der Polizei eingeschlagen. Zunächst ging er für eine Ausbildung zum Bundeskriminalamt (BKA). Ein paar Jahre lang arbeitete er im Personenschutz in Bonn. "Aber 1995 habe ich Heimweh nach Meer, Wind und Wellen bekommen", erzählt Ott - und er wechselte zur Landespolizei nach Kiel. Nach einem kurzen Einsatz in Lübeck arbeitete Rolfpeter Ott bereits sechs Jahre im Kriminaldauerdienst (KDD) der Kieler Kripo, zu der er gern zurückkehrt. Er ließ sich zudem für den Höheren Dienst ausbilden und leitete bis Anfang 2012 Kripos in Plön und Rendsburg. Zuletzt arbeitete er als Ermittler im Landeskriminalamt.

Kiels neuer Kripochef wohnt im Kreis Plön. "Neben der Polizeiarbeit", sagt er, "habe ich zwei große Hobbys: Meine Familie und Handball". Ott ist verheirateter Vater einer Tochter (12) und eines Sohnes (9). Er spielte lange selbst Handball, bevor er sich in letzter Zeit mehr auf das Trainieren einer weiblichen D-Jugend in Laboe konzentriert hat.

In seiner neuen Position trägt Ott die Verantwortung für 115 Mitarbeiter - darunter 76 Kriminalbeamte und 18 Schutzpolizisten, und ist zuständig für fünf Kommissariate. Worin sieht er seine Herausforderung? "In Zeiten knapper Kassen und knappen Personals die Schwerpunkte richtig zu setzen", sagt er prompt. Ob in Raubfällen, bei Dämmerungs-Einbrüchen, die nun aktuell wieder bevorstehen, oder bei Sexualstraftaten - Ott will "massiv ermitteln" und dabei aufpassen, "dass die Mitarbeiter nicht verheizt werden" - ein schwieriger Spagat.

Doch bevor er sich ganz um die Sicherheit der Kieler kümmern kann, muss Rolfpeter Ott eine logistische Herausforderung meistern: Den Umzug von 150 Kollegen. Der ist nach Angaben eines Polizeisprechers notwendig, da das über 100 Jahre alte Dienstgebäude in der Blumenstraße in der Innenstadt "dringend renovierungs- und sanierungsbedürftig ist". So werde in den rund 350 Räumen die Technik erneuert, Fenster ausgetauscht, Feuchtschäden behoben und der Brandschutz angepasst. Die Kripo Kiel samt Kriminaldauerdienst und der Bezirkskriminalinspektion kommen für die geplante Dauer von 18 Monaten in den Räumen des ehemaligen Finanzamts Kiel-Süd unter. Innerhalb von einer Woche soll ein Unternehmen ab Montag den Umzug in die Hopfenstraße 2a abwickeln.

Das bringt die Routine der Ermittlungsarbeit durcheinander. Der Polizeisprecher: "Während der Umzugswoche bleiben die einzelnen Kommissariate mit einem Notdienst arbeitsfähig und werden auf Büros in den Gebäuden der Polizeidirektion Kiel in der Gartenstraße und der Wilhelminenstraße verteilt." Ab dem 26. August sollen die Kripo-Mitarbeiter dann wieder voll arbeitsfähig sein. Das Polizeigewahrsam verbleibt während der Renovierungsphase übrigens in seinen bisherigen Räumlichkeiten: Auch dort wird renoviert, allerdings bei laufendem Betrieb.

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