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Leere Stadtkasse : Neuer Konzertsaal für das Kieler Schloss – „Wir werden das schon wuppen!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Oberbürgermeister Kämpfer ist optimistisch. Nach einem aktuellen Gutachten könnte das Projekt bis Mitte 2020 realisiert werden.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 17:56 Uhr

Kiel | Die Frist ist seit Jahren bekannt: Im Sommer 2018 läuft der Vertrag mit der Betreibergesellschaft für den Konzertsaal im Kieler Schloss aus. Seit Jahren wird vor und hinter den Kulissen um eine Lösung gerungen – jetzt liegt ein verlässliches Gutachten vor. Kernpunkt der gewichtigen Analyse des Architektenbüros bbp: Die Sanierung und Modernisierung des Kulturtempels aus den 60er-Jahren könnte frühestens Mitte 2020 abgeschlossen sein – und das stolze Projekt dürfte knapp 24,5 Millionen Euro verschlingen.

Aber selbst angesichts des chronisch leeren Stadtsäckels verschlägt es dem Kieler Oberbürgermeister bei dieser Summe nicht die Sprache. Ulf Kämpfer geht vielmehr davon aus, dass „die Kieler an ‚ihrem‘ Konzertsaal hängen, der ja auch eine Stadthalle ist“. Drei Säulen sollen den immensen Kostendruck auffangen: neben dem städtischen Eigenanteil eine Landesförderung sowie Sponsorengelder und Spenden.

Zusagen liegen der Stadt bisher allerdings nicht vor. Sie können auch noch gar nicht vorliegen, bildet doch das aktuelle bbp-Gutachten überhaupt erst die Grundlage für die folgende Feinplanung. Anfang Januar beschäftigen sich die Ausschüsse mit dem Großprojekt – die Kulturpolitiker ebenso wie die Finanzexperten und die Baufachleute. Aus seiner eigenen Meinung macht Kämpfer kein Geheimnis: „Wir werden das schon wuppen!“

Es geht dabei nicht allein um finanzielle oder bautechnische Fragen. Auch die Eigentumsverhältnisse müssen wohl neu geordnet werden – sofern man sich Hoffnungen auf öffentliche Förderung macht. Im Jahre 2003 war die Immobilie für den symbolischen einen Euro an privat verkauft worden. Eine wichtige Frage wird auch sein, inwieweit die angedachte Modernisierung das jährlich auflaufende Defizit verringern kann. Kämpfer gab dazu die vorsichtige Auskunft: „Der Konzertsaal kann derzeit nicht wirtschaftlich betrieben werden. Im sanierten Konzertsaal können die technischen Betriebskosten niedriger liegen.“ Details nannte er allerdings nicht.

Der Oberbürgermeister wies allerdings darauf hin, dass schon heute im Konzertsaal nicht nur Konzerte über die Bühne gehen. In den Räumen des Kieler Schlosses finden auch Schulfeiern und andere Veranstaltungen statt. Auch dies ist ein Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Kämpfer will sich deshalb mit Fragen zur Eröffnung – wenn es optimal läuft, im Sommer 2020 – gar nicht beschäftigen: „Das ist viel zu früh. Erst einmal muss über das Gutachten und die weiteren ersten Schritte gesprochen werden.“

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