Reventloubrücke : Neuer Fähranleger nimmt Form an

Bauarbeiter gestern am neuen Fähranleger: Mitte August soll er in Betrieb genommen werden können – zwei Monate später als geplant.
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Bauarbeiter gestern am neuen Fähranleger: Mitte August soll er in Betrieb genommen werden können – zwei Monate später als geplant.

Nach Verzögerungen wächst der neue Schwimmsteg am Landeshaus: Massive Beton-Balken werden derzeit verlegt. Nach der Kieler Woche kommt der Gussasphalt, die Pontons werden Ende Juli erwartet.

shz.de von
29. Mai 2015, 06:00 Uhr

Es tut sich was am neuen Fähranleger an der Reventloubrücke. Massive, tonnenschwere Betonteile werden jetzt verlegt, auf denen der Schwimmsteg wächst. Ursprünglich sollte der neue Anleger am Landeshaus bereits zur Kieler Woche fertig sein. Doch das wird nichts: Aufwändige Sucharbeiten nach alter Munition oder Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg verzögerten die Bauarbeiten (wir berichteten). Rund 4,6 Millionen Euro sollen der Abriss der alten Konstruktion und der barrierefreie Neubau an der Kiellinie kosten.

Derzeit arbeiten nach Angaben der Stadt Kiel acht Kräfte unter Hochdruck auf der Baustelle. 25 Betonbalken werden mit Hilfe eines Krans auf den Gründungsrohren abgelegt. Dazu kommen 24 Platten, welche auf den Balken platziert werden – mit einem maximalen Gewicht von 27,5 Tonnen. Bis Ende nächster Woche sollen sie vollständig verlegt und eingebaut sein.

Zur Festwoche vom 20. bis 28. Juni werden die Arbeiten allerdings ruhen – die Besucher können dann ungehindert über die Promenade flanieren. Auch die Reventlouwiese, Veranstaltungsfläche zur Kieler Woche, ist frei. In den vergangenen Monaten war der Abschnitt an der Kiellinie durch die Baustelle mitunter so stark verengt, dass Fußgänger und Radfahrer eine großen Bogen darum machen mussten. Die Blücherbrücke bleibt zudem als Ersatzanleger erhalten. Die traditionell zusätzlichen Fährfahrten zur Kieler Woche werden auch in diesem Jahr angeboten. Darauf weist der Kieler Pressereferent Joachim Kläschen hin.

So geht es weiter: „Nach der Kieler Woche wird der Gussasphalt aufgebracht und das Brückengeländer befestigt“, erklärt Kläschen. Ende Juli werden demnach die Pontons aus Hamburg nach Kiel verholt und am Anleger eingeschwommen. Dieser wird aus ingesamt drei Einzelpontons mit beweglichen Übergängen, fester Zugangsbrücke und beweglichem Zugangssteg bestehen. Die Fördeschiffe der Linie F1 (Richtung Laboe) und F2 („Schwentinelinie“) sollen ihn dann, so das Ziel der Stadt, ab Mitte August ansteuern können.

Seit dem vergangenen Sommer läuft das Projekt Abriss und Neubau des Reventlou-Anlegers. Schon zu Beginn der Arbeiten gab es Pannen – Verzögerungen und verwirrte Kunden, die nicht wussten, wie sie auf die Fördeschiffe kommen. Inzwischen funktioniert der Ersatzanleger Blücherbrücke 300 Meter weiter nördlich reibungslos.

Im Winter ergaben sich allerdings neue Probleme. Die Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg in der Förde hatte viel länger gedauert als geplant. Die Kosten allein dafür vervierfachten sich dadurch von vorgesehenen rund 100 000 Euro (brutto) nach Angaben der Stadt auf 400  000 Euro. Erst ab Mitte Februar konnten die Bauarbeiten am Schiffs-Anleger dann ungehindert fortgesetzt werden.

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