Stadtfest vorerst gerettet : Neuer Aufschlag für den Kieler Umschlag

Ouvertüre: Altbürgermeister Asmus Bremer und Gattin Katharina werden im Stadtmuseum geweckt, zeigen ihre Nachttöpfe.
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Ouvertüre: Altbürgermeister Asmus Bremer und Gattin Katharina werden im Stadtmuseum geweckt, zeigen ihre Nachttöpfe.

Der bisherige Veranstalter gab auf. Doch das Eventbüro Kiel hat eine neue Agentur aus Bad Oldesloe gefunden, die das historische Stadtfest Ende Februar auf die Beine stellt.

shz.de von
07. Januar 2015, 06:55 Uhr

Er stand auf der Kippe, der 41. Kieler Umschlag. Ein Stadtfest mit Tradition, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht – plötzlich ohne Veranstalter Anfang Dezember gab Wolfhard Walde von der Firma Woge Konzepte nach fünf Jahren die Organisation für das Ende Februar geplante Winter-Event in der Kieler Innenstadt auf. Der Grund: Steigende Kosten und Auflagen der Stadt bei sinkenden Sponsorengeldern. Über den Jahreswechsel nun verhandelte Lars Bracker (Eventbüro Kiel), der die Nutzungsrechte am Umschlag hält, mit einer neuen Agentur. Die gute Nachricht: Das Fest ist erst einmal gerettet. Die Agentur EPM Concept aus Bad Oldesloe übernimmt den Fall, stellt den viertägigen Umschlag wie geplant vom 26. Februar bis 1. März auf die Beine.

„Es ist kein Neuanfang, aber positiv. Den Umschlag wird es wieder geben“, sagte Lars Bracker, der das Fest bis 2008 selbst ausgerichtet hat, auf Anfrage. Das Gespräch mit EPM habe sich „zufällig“ ergeben. Wegen der Vakanz sei man sich schnell einig geworden, so Bracker. Die Agentur hat bundesweit Erfahrung bei der Organisation von Stadtfesten. So listet sie im Internet etwa die Hanse Sail in Rostock, den Schlagermove in Hamburg oder die Feuerwerkersinfonie Potsdam in ihrem Portfolio auf. Bei der Kieler Woche kümmert sie sich mit Partnern um die Schlossgarten-Events. Stephan Schächterle von EPM Concept, der von einem mittel- bis langfristigen Engagement spricht, sagte: „Wir sehen das sehr positiv und freuen uns darauf.“

Die Agentur will allerdings auch auf Forderungen aus dem Rathaus reagieren und für die Zukunft neue Ansätze zur Weiterentwicklung erarbeiten. Denn Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte klargemacht, das Niveau der Veranstaltung müsse deutlich gesteigert werden. Kritiker stören sich am Jahrmarkt-Charakter. Man wünsche sich einen stärker historisch betonten Schwerpunkt des Festes. Neben Fahrgeschäften und Gastronomieständen gibt es einen mittelalterlichen Markt und das „Handwerkerzelt“. Shantychören treten auf. Historische Anmutung hat die Eröffnung, bei der Darsteller von Altbürgermeister Asmus Bremer und seiner Frau Katharina im Stadtmuseum Warleberger Hof launig „geweckt“ werden.

Lars Bracker findet nicht jede Kritik fair. Die geschichtsbezogene Anmutung sei vielleicht nicht immer wahrgenommen worden. Wie dem auch sei – „Wir wollen, dass es ein Fest für die Kaufleute ist“, betont Bracker, der EPM berät. Viele alte Partner hätten ihre Unterstützung zugesichert, mit Kiel Marketing sowie dem Förderkreis Kieler Altstadt sei man im Gespräch, mit der Stadt sowieso. Gerade gab es ein Treffen. Oberbürgermeister Kämpfer sagte gestern: „Nach einem konstruktiven Gespräch mit Herrn Bracker sieht es gut aus für den Umschlag 2015.“ Jetzt lote man Möglichkeiten aus, ob sich die Stadt stärker einbringen kann. Kämpfer: „Unser Ziel ist es, nach der Durchführung des Kieler Umschlags 2015 mit allen Beteiligten ein dauerhaft tragfähiges und qualitätvolles Konzept zu erarbeiten.“

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