zur Navigation springen

Kritik in Kiel : Neuer Anlauf für blaue Linie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die blaue Linie soll Touristen durch die Kieler Innenstadt führen. Die erste Version stieß auf viel Kritik. Das Stadtplanungsamt will nachbessern.

Was wie ein Aprilscherz daherkam, entpuppte sich als Wirklichkeit. Seit Anfang April führt eine blaue Linie durch die Kieler Innenstadt, um Touristen und Kreuzfahrer vom Hauptbahnhof bis zum Ostseekai zu leiten – und überraschte in der konkreten Umsetzung selbst den Bürgermeister. „Die Umsetzung ist gründlich in die Hose gegangen“, gab Architekt Dr. Felix Schmuck aus dem Stadtplanungsamt auf der Sitzung des Ortsbeirates Mitte am Dienstagabend zu. Das Konzept werde deshalb nun überarbeitet.

Es reiche nicht aus, dass Touristen, die aus dem Bahnhof kommen, eine Linie auf dem Vorplatz sehen, erklärte Schmuck. Man könne damit nichts assoziieren. Die Touristen müssten direkt am Gebäude abgeholt werden. Zudem soll ausgeglichen werden, dass die Linie zum Teil technisch unsauber umgesetzt und an einigen Stellen mit zu viel Schwung geführt wurde.

Im Zentrum der Überarbeitung steht aber die Planung von Piktogrammen. An Querachsen und bestimmten Orten sollen Bilder mit Entfernungsangaben auf das Ziel der Linie hinweisen. Wird dadurch aber der öffentliche Raum nicht überfrachtet? Die pure Navigation würde durch GPS, Smartphones oder Broschüren funktionieren, hieß es aus dem Ortsbeirat. Diesem Einwand widersprach Schmuck. Es gehe um mehr, als Touristen zu den Schiffen zu führen. Vielmehr sollen Kreuzfahrer an die Hand genommen werden. „Man kann nicht davon ausgehen, dass die Touristen sich vorbereiten. Sie sollen ohne Schwellenangst starten können und durch die Innenstadt geführt werden“, so Schmuck. Zudem soll es Hinweise auf Sehenswürdigkeiten jenseits der Linie geben, etwa Oper oder Theater. Um das Konzept zu erklären, blickte der Architekt nach Cadiz (Spanien), wo mit rund 140 Kreuzfahrschiffen pro Jahr eine vergleichbare Situation vorliege. Die Touristen können dort zwischen drei Routen wählen und werden ohne viel Aufwand geleitet. Mit zusätzlichen Stadtführern sollen die Besucher dann auch in Kiel nichts mehr falsch machen können. „Wir haben mit der Linie eine unglaublich wirkungsvolle Methode“, betonte Schmuck die Effizienz der „einfachen Lösung“.

Auch wenn die Planung noch abgeschlossen und vom Bauausschuss genehmigt werden muss und daher erst nach der Kieler Woche umgesetzt wird, stößt die Linie auf positive Resonanz. Ein Polizist einer Innenstadt-Wache berichtete: „Wir sehen, dass die Touristen sich an der Linie orientieren.“

 

 

 






zur Startseite

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 06:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert