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Kiel

18. November 2017 | 02:04 Uhr

Kiel : Neuer Ärger um blaue Linie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Leitlinie für Touristen sorgt sowieso für Diskussionen - und jetzt das: Ein rätselhafter Brief wurde an den Bürgermeister geschickt, angeblich von der Firma, die die Markierungsarbeiten ausgeführt hat. Eine Fälschung?

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2014 | 06:14 Uhr

Seit dem ersten Tag hat sie für Diskussionsstoff gesorgt, die neue blaue Linie auf dem Pflaster der Innenstadt. Nachdem Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) bereits Korrekturen angekündigt hatte (wir berichteten), sorgt die nächste Wendung in der Causa für Irritationen. Im Mittelpunkt: Ein seltsamer Brief an Todeskino. Angeblich soll ihn die nordfriesische Firma abgeschickt haben, die die Markierungsarbeiten vorgenommen hat. Doch die bestreitet das – und will Anzeige wegen Urkundenfälschung erstattet haben. Das Projekt wird immer mehr zur Posse.

Der Reihe nach. Laut Todeskino wurde ein Brief an ihn mit der Aussage gerichtet, die Stadt habe eine „dynamische, mit überraschenden Schwüngen aufgebrachte Markierung“ in Auftrag gegeben. Die Stadt teilt dazu mit: „Bei dem Brief vom 5. April, der als Absender die Firma Markierung NF GmbH trägt, handelt es sich um eine Fälschung.“ Dies sei vom Geschäftsführer, Frank Buhmann, gestern in einem Telefonat bestätigt worden.

Die Firma aus Hattstedt bei Husum hat den Auftrag erhalten und ausgeführt – allerdings offenbar nur zur Hälfte. Die Bögen und Kurven etwa am Europaplatz, an denen sich auch Todeskino stößt, will das Unternehmen nicht aufgebracht haben. Schon gar nicht stamme der Brief aus dem eigenen Drucker. Vielmehr habe ein anonymer Verfasser den Briefkopf gefälscht. Darum sei Anzeige wegen Urkundenfälschung erstattet worden. Nach Auskunft der Polizeipressestelle in Kiel und auch der in Flensburg, die für Nordfriesland zuständig ist, ist bisher keine Anzeige eingegangen. Weitere Fragen ergeben sich: Wer hat die Linienführung zu Ende gebracht und die Schwünge aufgesprüht?

Die etwa 1600 Meter lange blaue Markierung soll Touristen wie Kreuzfahrer und Fährgäste nicht nur zwischen Bahnhof und Schiffsanlegern durch die Holstenstraße führen, sondern sie auch zu Sehenswürdigkeiten und Shoppingadressen lotsen. Das Projekt haben Kiel-Marketing, Stadt und Seehafen Kiel geplant und umgesetzt. Bürgermeister Todeskino regt an, noch über zwei weitere Linien nachzudenken – eine davon könne auch auf das Ostufer und über den Vinetaplatz führen. Das werde zurzeit geprüft. Die Korrektur der bestehenden Linie solle nach Abstimmung „so bald wie möglich“ geschehen. Die Kosten der Markierungsarbeiten entsprechen der Stadt zufolge den üblichen Kosten für Straßenmarkierungen. Die Unterhaltungskosten trägt der Seehafen Kiel.

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