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Tag der Offenen Tür : Neue Unterkunft für 500 Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

300 Besucher schauten sich am Sonnabend das ehemalige Wehrbereichskommando in der Wik an. In den nächsten Tagen und Wochen sollen hier insgesamt 500 Asylbewerber einziehen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2016 | 18:22 Uhr

Der Feinschliff in dem ehemaligen Wehrbereichskommando am Niemannsweg fehlt noch. Innerhalb kürzester Zeit wurde das denkmalgeschützte Gebäude in eine Landesunterkunft für Flüchtlinge umgebaut. Heute werden ersten Asylbewerber einziehen. Am Sonnabend lud das Innenministerium die Kieler ein, sich einen Eindruck von der Einrichtung zu machen. 300 Besucher kamen an diesem Nachmittag in die Kieler Wik – weitaus mehr als erwartet.

So mussten die ehrenamtlichen Helfer von Johannitern und der Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ ihren Plan, nur Zehner-Gruppen durch den weitläufigen Komplex zu führen, schon nach kurzer Zeit aufgeben. „Wir haben uns dann auf den Fluren verteilt, um für Fragen ansprechbar zu sein“, erklärt Andrea Werner von „Kiel hilft Flüchtlingen“.

Im Erdgeschoss bekamen die Besucher Einblicke in die ärztliche Betreuung, und ein paar Zimmer weiter gab das Landesamt für Ausländerangelegenheiten einen groben Einblick in die Verfahrensberatung, die Asylbewerber dort erwartet. Am Nordmarksportfeld existiert seit Sommer bereits eine Erstaufnahmeeinrichtung, dennoch richtet das Landesamt auch in der Wik eine Registrierungsstelle ein. Die Erfahrung zeigt, dass einige Flüchtlinge vor der Tür stehen, ohne dass sie sich am Norder registrieren ließen.

Der Rundgang führt auch an den provisorischen Polizei-Räumen vorbei. Hinsichtlich der verschachtelten Räume im Kantinenbereich merkt der Polizist Hans-Peter Froeschke skeptisch am: „Da besteht mehr Konfliktpotenzial.“ Anders als in Lütjenburg, wo er und seine Kollegen die Abläufe einer solchen Einrichtung im Vorfeld studiert haben.

In den Obergeschossen ist diese Raumaufteilung allerdings von Vorteil: Vier- oder Sechs-Bett-Zimmer bieten Platz für rund 500 Flüchtlinge, die Klassenzimmer ermöglichen Deutschunterricht in kleinen Gruppen. Um zu erfahren, wie er organisiert ist, hat sich Brigitte Frodermann am Sonnabend auf den Weg in die Wik gemacht. Die Kielerin erteilt bereits auf dem Nordmarktsportfeld Unterricht und ist begeistert von der neuen Unterkunft.

Doch neben der „neugierigen und aufgeschlossenen Resonanz“, von der etwa Innenminister Stefan Studt (SPD) spricht, waren auch auch besorgte und kritische Töne zu vernehmen. „An wen wendet man sich denn, wenn es Vorfälle in der Umgebung gibt?“, lässt sich ein besorgtes Paar aus der Nachbarschaft an einem Stand des Innenministeriums erklären.

Die Unterbringung in bester Lage mit Blick auf die Förde hat auch vereinzelt Ablehnung hervorgerufen: „Ein paar Menschen haben ihre Wut ausgelassen und sind schimpfend an mir vorbeigelaufen“, berichtet Andrea Werner. Die gute Aussicht können die neuen Bewohner künftig vom Flur des ersten Obergeschosses genießen. Dort, wo die Fenster mit dem Fußboden abschließen, gibt es neben Tischtennisplatten auch eine großflächige Spielecke für Kinder.

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