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Neue Runde im Streit um Wohnheim

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jägersberg 14: Verbliebene sechs Bewohner kämpfen weiter für Erhalt des Hauses / Fachhochschule: Ende August soll es schließen

Ihre läuft ihre Zeit ab. Doch Aufgeben kommt für sie nicht in Frage: Die Gruppe von sechs Studenten, die derzeit noch in dem alten Studentenwohnheim am Jägersberg 14 lebt, geht erneut an die Öffentlichkeit. Sie will auf ihren Kampf für den Erhalt des studentischen Wohnraums an der Innenstadt Kiels aufmerksam machen. Dabei scheut sie auch nicht den seit mehr als zwei Jahren schwelenden Konflikt mit der Fachhochschule (FH) Kiel und dem Studentenwerk Schleswig-Holstein (wir berichteten). Ende August allerdings könnte das letzte Kapitel aufgeschlagen werden. Die FH will das Wohnheim dann schließen.

Leicht verblichen steht an der Tafel mit Kreide geschrieben: „JB 14 soll bleiben.“ Die Tafel hängt an der Küchentür des viergeschossigen Wohnheims. Hier sitzen Mila Lütjohann (25, studiert Anglistik), Insa Hollenberg (21), Anna Carina Lange (26, beide studieren Kommunikationsdesign) und Andreas Schneider (26, Geowissenschaften). Sie wollen das Haus nach eigener Aussage für weitere Studenten erhalten: „Günstiger Wohnraum ist schließlich knapp“, sagt Schneider. „Wir haben das Gefühl die FH vernichtet bestehenden Wohnraum, den man erhalten könnte.“ Die Nachfrage sei vorhanden: Man habe eine Unterschriftenliste mit mehr als 100 Interessenten in der FH-Mensa an einem Tag gesammelt. Immer wieder weist die Gruppe auf die frühere Eigentümerin Gertrud Schlüter-Göttsche hin, die das Haus der FH geschenkt habe, mit der Maßgabe, es als Wohnheim zu führen. Acht von 14 Zimmern stehen jedoch inzwischen leer.

Die Zeichen deuten auf ein bevorstehendes Ende des Hauses hin. Das Studentenwerk, welches das Haus verwaltet hat, hat seinen Vertrag zum Jahresende 2015 gekündigt, nimmt die monatlichen Mieten nicht mehr an. Geschäftsführerin Susann Schrader sagt auf Aufrage: „Alleiniger Ansprechpartner ist nun der Kanzler der FH, Klaus-Michael Heinze.“ Aus ihrer Sicht „können die Bewohner die gesetzlichen Vorgaben“ etwa zum Brandschutz „nicht einschätzen“. Dieser war schon früher Streit-Thema zwischen Bewohnern und den Institutionen gewesen. Zudem möchte sich Susann Schrader zum Jägersberg auch nicht mehr äußern – „wir sind da jetzt raus“. Eine Reihe von Fragen zu den aktuellen Hintergründen will auch FH-Sprecherin Frauke Schäfer nicht beantworten. Begründung: Es sei ein schwebendes Verfahren. Einzige Stellungnahme: „Der letzte überhaupt noch bestehende Mietvertrag zwischen einer Studentin und dem Studentenwerk endet am 31.08.2016. Danach wird die Nutzung des Gebäudes als Wohnheim aufgegeben und das Gebäude zum Kauf angeboten.“

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erstellt am 13.Jun.2016 | 05:59 Uhr

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