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Jugendhaus im Kieler Pötterweg : Neue Heimat für unbegleitete Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2017 | 11:22 Uhr

271 jugendliche Flüchtlinge betreuen die Kinder- und Jugendhilfedienste der Stadt Kiel zurzeit, 151 davon sind unbegleitete Jugendliche. Untergebracht sind sie in verschiedenen Einrichtungen und Wohnformen, unter anderem in den Jugendhäusern – seit März auch im neuen Jugendhaus Pötterweg in Wellsee, wo 24 junge Menschen ein Zuhause finden können.

Im Mai zogen die letzten Jugendlichen vom Hof Hammer in den Pötterweg, womit ein weiterer Wegzug vom Hof Hammer realisiert wurde, auf dem ein inklusives Wohnprojekt verwirklicht werden soll. Nach Vorgaben des Landes vollzog die Stadt Kiel den Umbau und die Sanierung des früheren landwirtschaftlichen Betriebes in Wellsee, wofür 1,3 Millionen Euro zur Verfügung standen. Die mussten laut Jochen Schepp, Leiter der Kinder- und Jugendhilfedienste Kiel, aber nicht voll ausgeschöpft werden.

Während im Untergeschoss die Wohngruppe „Mittendrin“ über einen Aufenthaltsraum, der ehemaligen Tenne, und sechs Doppelzimmer verfügt, sind die Jugendlichen der Wohngruppe „Nordlicht“ im Obergeschoss in zehn Einzelzimmern untergebracht. Neben Plätzen für Neuankömmlinge kommen Küchen, Sanitärräume und Büros für die Mitarbeiter, welche die Jugendlichen rund um die Uhr betreuen, hinzu.

Großer Wert wurde auf die frühe Einbindung der Nachbarn gelegt, die auch schon eingeladen wurden und mit denen es keine Probleme gibt, wie Jochen Schepp, Kiels Jugenddezernentin Renate Treutel sowie die Wohngruppenleiter Elke Brüdigam und Andreas Göttsch unisono betonten. „Wenn die Jugendlichen kommen, sind sie müde und unendlich dankbar, endlich irgendwo angekommen zu sein“, sagte Elke Brüdigam. Denn diejenigen, die kommen – sei es von sich aus oder aufgegriffen und zugeführt durch die Polizei – sind meist keine „neuen“ Flüchtlinge, sondern haben teilweise schon eine Odyssee durch Europa hinter sich, betonte Jugendamtsleiterin Marion Muerköster. Jochen Schepp sagte, man habe sich auf die Fahnen geschrieben, alle Integrationsmöglichkeiten auszuschöpfen, indem man sich um jeden Einzelnen kümmert und zusammen Zukunftsperspektiven entwickelt.

Es scheint zu klappen, denn bei der Vorstellung des Hauses war keiner der 16- bis 18-Jährigen zugegen, sondern in der Schule. Und während in manchen Städten oder Kreisen die Betreuung mit dem Erlangen der Volljährigkeit endet, ist dies in Kiel nicht so. Zurzeit werden 116 volljährige junge Menschen betreut, allerdings außerhalb der Jugendhäuser. Wenn Bedarf besteht, kümmert sich die Stadt auch weiterhin um die Jugendlichen, wie Renate Treutel sagte.

Von kleinen Konflikten, die unter Jugendlichen verschiedener Nationalitäten normal sind, abgesehen, herrscht im Haus am Pötterweg eine „sehr gute Stimmung“, wie Andreas Göttsch sagte. Wozu sicher auch das Engagement der Mitarbeiter beiträgt.

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